www.photocase.com, Fotograf: boing Das Thema Bildung ist zu Recht in aller Munde. Schüler und Studierende streiken für bessere Bildungsbedingungen, Eltern protestieren gegen die Belastung ihrer Kinder durch G8 und Schulträger und Rektoren wehren sich gegen die unflexible und wenig fortschrittliche Bildungspolitik der Landesregierung. Grund genug für die SPD-Landtagsfraktion, sich mit verschiedenen bildungspolitischen Themen zu beschäftigen.
Bildungsstreik: Studierende brauchen bessere Lehr- und Lernbedingungen
Der bundesweite Bildungsstreik von Studierenden und Schülern kommt auf die Tagesordnung des Stuttgarter Landtags. In einer Aktuellen Debatte stellt sich SPD-Hochschulexperte Martin Rivoir hinter die Forderung nach besseren Lehr- und Lernbedingungen an den Unis. Wissenschaftsminister Frankenberg habe ein langes Sündenregister zu verantworten: Einführung der familien- und bildungsfeindlichen Studiengebühren, Austrockung der Landesfinanzierung für die Hochschulen, lange und unsichere Verfahren bei der Studienplatzvergabe,
eine Umsetzung der Bachelor-Master-Struktur mit der Brechstange und ohne zusätzliches Geld für die aufwändigeren Studiengänge.
Sprachförderung: Jedes bedürftige Kind braucht ein Angebot
Die SPD macht sich für eine Sprachförderung von Beginn des
Kindergartenbesuchs an stark. "Die Förderung soll im Rahmen der
pädagogischen Arbeit des Kindergartens erfolgen, ohne die Kinder zu
separieren", verlangt SPD-Bildungssprecher Dr. Frank Mentrup. Die
Landesregierung müsse für alle förderbedürftigen Kindern ein Angebot
vorhalten, nicht nur für die 5-Jährigen. Die Finanzierung solle verlässlich
über den Landesetat erfolgen. Rund 30 Prozent der Kinder eines Jahrganges weisen Sprachförderbedarf auf. Nach den Plänen von CDU/FDP werden Förderangebote in dieser Größenordnung aber erst im Jahr 2011 gemacht. Dies ist für Mentrup nicht hinnehmbar.
Lernmittelfreiheit: Eltern brauchen vergleichbare Regelungen für
Kostenanteile
SPD-Bildungsexperte Norbert Zeller findet es höchst bedenklich, dass Eltern trotz verfassungsmäßig verbriefter Lernmittelfreiheit für
Unterrichtsmaterialien "geringen Werts", für die Schülerbeförderung, für
Ausflüge und Ähnliches immer tiefer in die Tasche greifen müssen. Es müsse verhindert werden, dass die Lernmittelfreiheit weiter unterlaufen wird. Zeller mahnt im Plenum des Landtags landesweit vergleichbare Regelungen an, etwa im Hinblick auf die "Gegenstände geringen Werts" oder die "freiwilligen" Kostenanteile von Eltern bei der Beschaffung von
Arbeitsmaterialien. "Die Bildungschancen der Kinder dürfen nicht vom
Geldbeutel der Eltern abhängen", betont Zeller.