SPD Illingen / Schützingen

 

Einführung eines „Feuerwehrführerscheins“

Veröffentlicht in Landespolitik


Reinhold Gall MdL in seiner Feuerwehruniform

Bei den Feuerwehren im Land herrscht massiver Unmut über die Tatsache, dass junge Feuerwehrleute, die ihren Führerschein erst nach 1999 erworben haben, nach der aktuellen Gesetzeslage zusätzliche Fahrstunden nehmen und eine zusätzliche Prüfung ablegen müssen, um Einsatzfahrzeuge fahren zu dürfen. Dies kostet nicht nur viel Geld, sondern stellt auch eine unnötige Hürde für das Engagement bei den Katastrophenschützern dar.

Die SPD-Landtagsfraktion hat sich deswegen dieses Thema auf die Agenda geschrieben. Reinhold Gall, der selbst aktiver Feuerwehrmann und Vorsitzender des Kreisfeuerwehrverbandes Heilbronn ist, hat gemeinsam mit anderen folgenden Antrag ins Parlament eingebracht:

Einführung eines „Feuerwehrführerscheins“

Der Landtag wolle beschließen, die Landesregierung zu ersuchen zu berichten,

1. wie sie die Entwicklung beurteilt, dass die Anzahl jüngerer Mitglieder der freiwilligen Feuerwehr, der Rettungsdienste, der technischen Hilfsdienste und des Katastrophenschutzes zunehmend größer wird, die ihre Führerscheine der Klasse B erst nach 1999 erworben haben und daher nicht zum Fahren von Einsatzfahrzeugen über eine zulässige Gesamtmasse von 3,5 t berechtigt sind;

2. wie sie den Gesetzentwurf der Bundesregierung (BT DS 16/13108) beurteilt, die auf Grundlage einer spezifischen Ausbildung und Prüfung eine spezielle Fahrberechtigung für Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr, des Rettungsdienstes und des Katastrophenschutzes zum Führen von Einsatzfahrzeugen bis zu einer zulässigen Gesamtmasse von 7,5 t anstrebt;

3. welchen bundeseinheitlichen Rahmen sie im Falle eines solchen Gesetzesbeschlusses für diese Ausbildung und Prüfung zum Erwerb der Fahrberechtigung erwarten und inwiefern sie Ansatzpunkte für landesspezifische Regelungen sehen würde;

4. ob in diesem Fall die Ausbildung und Prüfung in den Händen der jeweiligen Organisation selbst liegen und welchen zeitlichen und finanziellen Aufwand sie hierfür erwarten würde;

5. wie sie die Stellungnahme des Bundesrats zu dem in Ziffer 2 genannten Gesetzentwurf beurteilt, der eine Ausnahmeregelung für Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehren, der freiwilligen Hilfsorganisationen, der Rettungsdienste, der technischen Hilfsdienste sowie sonstiger Einheiten des Katastrophenschutzes vorsieht, wonach diese zum einen nach zweijährigen Besitz einer Fahrerlaubnis der Klasse B zum Führen von Einsatzfahrzeugen bis zu einer zulässigen Gesamtmasse von 4,75 t berechtigt wären und zum anderen nach einer praktischen Unterweisung Einsatzfahrzeuge bis zu einer zulässigen Gesamtmasse von 7,5 t führen dürften;

6. inwieweit sie sich bei der 188. Sitzung der Ständigen Konferenz der Innenminister und -senatoren der Länder am 5. Juni 2009 zu TOP 11 eingebracht hat und ob sie dem Beschluss zugestimmt hat;

7. welche Schritte sie in der Frage der Einführung eines „Feuerwehrführerscheins“ in nächster Zukunft plant und welchen Zeitplan sie hierbei insgesamt verfolgt.

17.06.2009

Gall, Heiler, Junginger, Braun, Stickelberger SPD

Begründung:
Aufgrund von EU-Recht berechtigt eine seit 1999 erlangte Fahrerlaubnis „nur“ zum Führen von Kraftfahrzeugen bis zu einer zulässigen Gesamtmasse von 3,5 t. Einsatzfahrzeuge der Freiwilligen Feuerwehren, der Rettungsdienste, der technischen Hilfsdienste und des Katastrophenschutzes erreichen zunehmend höhere Gewichte, sodass jüngere Mitglieder der genannten Organisationen nicht zum Fahren berechtigt sind.

Auf Bundesebene stehen sich ein Gesetzentwurf der Bundesregierung und eine entsprechende Stellungnahme des Bundesrates gegenüber. Ersterer beabsichtigt die Einführung einer spezifischen Ausbildung und Prüfung, die zum Führen von Einsatzfahrzeugen bis zu einer Gesamtmasse von 7,5 t berechtigt, letztere auf Grundlage des zweijährigen Besitzes einer Fahrerlaubnis der Klasse B eine vorbehaltlose Ausnahmeregelung für Einsatzfahrzeuge bis 4,75 t und eine verpflichtende praktische Unterweisung für Einsatzfahrzeuge bis 7,5 t.

Angesichts der wachsenden Personalproblematik – insbesondere bei den Freiwilligen Feuerwehren im Land – stellt sich die Frage nach der Position der Landesregierung in dieser Frage und nach dem geplanten zeitlichen Ablauf der Gesetzesänderung. Es ist dringend geboten, den betroffenen Organisationen im Land Planungssicherheit zu geben.

 

Homepage Reinhold Gall MdL

Katja Mast Unsere Frau in Berlin

 

Jetzt Mitglied werden

 

Shariff

 

WebsoziInfo-News

30.03.2026 18:07 Nina Scheer zur Reaktivierung von Kohlekraftwerken
Eine verlängerte Nutzung von Kohlekraftwerken nach 2038 wäre weder notwendig noch sinnvoll Die Erneuerbaren sind die sauberste, sicherste und kostengünstigste Form der Erzeugung.  Es bedarf allerdings nun auch des entschlossenen Willens der Koalition und der federführenden Bundeswirtschaftsministerin, die gesetzlichen Hebel weiter auf eine systemische Umstellung zur Nutzung Erneuerbarer Energien zu stellen. „Eine verlängerte Nutzung von… Nina Scheer zur Reaktivierung von Kohlekraftwerken weiterlesen

25.03.2026 17:51 Jakob Blankenburg zum Klimaschutzprogramm
67 Maßnahmen, sieben Ministerien, ein Klimaschutzprogramm Die aktuelle Weltlage mit Konflikten, die sich massiv auf unsere Energieversorgung auswirken, zeigt eindeutig: Wir müssen schnell unabhängig von fossilen Energieträgern werden. Das heute von Bundesumweltminister Carsten Schneider vorgelegte Klimaschutzprogramm zeigt einen fairen Weg zur Erreichung der Klimaziele 2030 sowie für mehr Versorgungssicherheit auf. „Dieses Klimaschutzprogramm ist für die… Jakob Blankenburg zum Klimaschutzprogramm weiterlesen

25.03.2026 17:50 Eine notwendige strategische Perspektive für die Zukunft unseres Wirtschaftsstandorts
Ich begrüße die Impulse von Bundesfinanzminister Lars Klingbeil ausdrücklich. Deutschland steht an einem Wendepunkt. Wir brauchen ein neues Wirtschaftsmodell: eines, das konsequent auf Innovation setzt, technologische Führerschaft ermöglicht und zugleich dafür sorgt, dass Wohlstand in der Breite der Gesellschaft ankommt. „Innovation und Gerechtigkeit sind die Grundlage für nachhaltiges Wachstum und breiten Wohlstand in Deutschland. Deshalb… Eine notwendige strategische Perspektive für die Zukunft unseres Wirtschaftsstandorts weiterlesen

11.02.2026 21:41 Dagmar Schmidt zum Behindertengleichstellungsgesetz
Barrierefreiheit nützt uns allen Die Bundesregierung treibt die Barrierefreiheit voran: Das Kabinett hat am Mittwoch eine Reform des Behindertengleichstellungsgesetzes auf den Weg gebracht. SPD-Fraktionsvizin Dagmar Schmidt spricht von einem wichtigen Schritt. „Der Gesetzentwurf zur Reform des Behindertengleichstellungsgesetzes bedeutet einen wichtigen Schritt hin zu einer inklusiveren Gesellschaft. Er stärkt die Rechte von Menschen mit Behinderungen und… Dagmar Schmidt zum Behindertengleichstellungsgesetz weiterlesen

11.02.2026 21:39 Stefan Zierke zur Entwicklung im Deutschlandtourismus
Rekord im Tourismus – Strategie, gute Arbeit und verlässliche Politik zahlen sich aus Stefan Zierke, tourismuspolitischer Sprecher: Der Deutschlandtourismus erreicht mit 497,5 Millionen Gästeübernachtungen einen neuen Rekord. Klare Strategie, engagierte Beschäftigte und verlässliche Politik sorgen für Wachstum, stärken die Betriebe und sichern gute Arbeit – für einen wirtschaftlich starken, sozial gerechten und nachhaltigen Tourismus in allen… Stefan Zierke zur Entwicklung im Deutschlandtourismus weiterlesen

Ein Service von info.websozis.de