Quelle: photocase.com / fult Wie in der Janaur-Ausgabe der Apotheken-Zeitschrift "Diabetiker-Ratgeber" zu lesen war, gibt es immer mehr Kindern mit Typ-1-Diabetes. Ärzte fordern deswegen, Lehrkräfte und anderes pädagogisches Personal an Schulen besser auf diese Situation vorzubereiten. Ein Vorschlag, der nun von der SPD-Landtagsfraktion aufgegriffen wird. Für seine Fraktion hat Reinhold Gall MdL deswegen eine Anfrage zum Thema in den Landtag eingebracht.
Landtag von Baden-Württemberg, 14. Wahlperiode
Kleine Anfrage des Abg. Reinhold Gall SPD
Umgang mit Diabetes-erkrankten Kindern und Jugendlichen in der Schule
Ich frage die Landesregierung:
1. Wie viele Kinder und Jugendlichen an den Schulen in Baden-Württemberg sind an Diabetes erkrankt (aufgeschlüsselt nach Schularten und Klassenstufen)?
2. Wie viele der betroffenen Schülerinnen und Schüler werden mit Insulininfusionsgeräten (sog. Insulinpumpen) bzw. mit einer Spritzentherapie behandelt?
3. Welche rechtliche Grundlage regelt in Baden-Württemberg den Umgang mit Diabetes-erkrankten Kindern und Jugendlichen in der Schule?
4. Welche Vereinbarungen sind zwischen Schulen und Eltern sowie ggf. Dritten bzgl. des Umgangs mit Diabetes-erkrankten Kindern und Jugendlichen in der Schule zu treffen?
5. Welche Unterstützung ist von den Lehrkräften beim Umgang mit Schülerinnen und Schülern mit Insulinpumpen in der Schule ggf. zu leisten und welches zusätzliche Wissen brauchen die Lehrkräfte?
6. Wie werden die Lehrkräfte bzw. Schulen auf die erforderliche Unterstützung vorbereitet?
7. Welchen Handlungsbedarf bzgl. der rechtlichen Grundlagen, der schulischen Unterstützung, der Lehrerfortbildung gibt es aus Sicht der Landesregierung?
03.03.2010, Reinhold Gall SPD
Aus der Zeitschrift "Diabetiker-Ratgeber":
Die Zahl von Kindern mit Typ-1-Diabetes steigt in Deutschland kontinuierlich an. Immer öfter sind Lehrer gefordert, diese Kinder, oft schon im Grundschulalter, im Unterricht zu betreuen. Sie sollen den Kindern beim Beurteilen der Blutzuckermesswerte helfen, bei den Mahlzeiten und bei Unterzuckerungen. Manchem Lehrer ist das zu gefährlich, dafür seien sie nicht ausgebildet, so ihr Argument. Rechtlich handeln sie durchaus korrekt; für die betroffenen Kinder und deren Eltern kann dies allerdings zum Problem werden. Oft klappt die Betreuung dank engagierter und couragierter Lehrer. Es gibt aber auch Einzelfälle, in denen Kinder die Klasse wechseln mussten oder gar auf eine Sonderschule geschickt werden sollten. "Hier wäre eine gesetzliche Regelung dringend nötig", sagt Professor Thomas Danne vom Kinderkrankenhaus auf der Bult in Hannover im Apothekenmagazin "Diabetiker Ratgeber". Er denkt an das schwedische Vorbild. Dort müssen die Schulen die "Behandlungspflege" der Kinder gewährleisten. Dafür wird das Personal entsprechend geschult und ist dann juristisch abgesichert. Danne möchte dies für ganz Europa durchsetzen. Einen Vorstoß im EU-Parlament hat er bereits unternommen.
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