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40 Jahre Frauenfußball in Sülzbach

Veröffentlicht in Wahlkreis


Logo zu 40 Jahre Frauenfußball in Sülzbach (Quelle: SV Sülzbach)

Grußwort zum Jubiläum

Liebe Fußballerinnen des SV Sülzbach,
das 40-jährige Jubiläum des Frauenfußballs in Sülzbach fällt in ein ganz besonderes Jahr. Fast auf den Tag genau 40 Jahre, nachdem der SV Sülzbach am 01. Juli 1971 auf Antrag die offizielle Genehmigung erhielt, eine Frauenfußballmannschaft zum Spielbetrieb anzumelden, findet in Deutschland die sechste Fußballweltmeisterschaft der Frauen statt.

Während in unseren Stadien 16 Mannschaften um den Einzug in die Finalrunde kämpfen, freut man sich in Sülzbach zu Recht über die Pionierleistung des SV Sülzbach Anfang der 1970er Jahre. Frauenfußball war damals nämlich keine Selbstverständlichkeit. 1955 verbot der DFB auf deinem Verbandstag, den Mitgliedsvereinen die Ausübung von Frauenfußball und das Bereitstellen von Trainings- und Spielstätten zu verbieten. Ich nehme an, dass in die damalige Entscheidung ausschließlich Männer involviert waren, die es nicht schaften, Frauen in Fußballtrikots und Stollenschuhen mit dem Weltbild der 50er Jahre in Einklang zu bringen.

Fünfzehn Jahre hielt dieser Zustand an. Frauenfußball existierte in Deutschland nicht, auch wenn einige Mannschaften, die nicht dem DFB unterstanden, das Verbot ignorierten. 1956 kam es in Essen sogar zu einem inoffiziellen Länderspiel gegen die Niederlande. Dass die deutschen Frauen das Spiel 2-1 gewannen, beeindruckte den DFB nicht. Erst bei seinem Verbandstag am 31. Oktober 1971 in Travermünde emanzipierte sich der DFB von seinen von der gesellschaftlichen Realität längst überholten Vorstellungen und hob das Frauenfußballverbot wieder auf. Auch wenn die Ausübung des Sport mit einigen Auflagen wie zum Beispiel dem Verbot von Stollenschuhen versehen war, ergriff man in Sülzbach die Gelegenheit beim Schopfe und meldete eine Team von fußballbegeisterten Frauen zum offiziellen Spielbetrieb an und legte den Grundstein für eine äußerst erfolgreiche Entwicklung. Meine Mutter war damals übrigens eine aktive Fußballerin hier in Sülzbach. Möglicherweise ist meine Freude am Frauenfußball also genetisch bedingt.

Direkt im Gründungsjahr wurden die Sülzbacher Frauen Staffelmeister, in den kommenden Jahrzehnten arbeitete sich die erste Mannschaft mit Fleiß, Teamgeist und Leidenschaft hoch bis in die Verbandsliga, die sie im Jahr 2005 als Meisterteam Richtung Oberliga verließ. In der Oberliga spielen die Sülzbacher Frauen bis heute, auch wenn die Jubiläumssaison nicht ganz so erfolgreich verläuft wie die bisherige Vereinsgeschichte.

Ganz egal, wie diese Saison endet: Sülzbach kann stolz sein auf seine Fußballfrauen! Zwei erfolgreiche Teams, eine beeindruckende Anzahl an Nachwuchsspielerinnen und ein vielfältiges Vereinsleben auch außerhalb des Platzes. Das sind genau die Zutaten, die ein Sportverein braucht, um attraktiv für seine aktiven Mitglieder und für potentielle Neumitglieder zu sein. Ich freue mich ausdrücklich, dass der SV Sülzbach mit seinen Frauenfußballmannschaften das gute Sport- und Freizeitangebot in unserer Heimatgemeinde bereichert und ich glaube, mit dieser Meinung stehe ich nicht allein. Die gute Stimmung bei Heimspielen - nicht nur auf dem Platz, sondern auch rund um den Platz – und die aktive Teilhabe der Fußballfrauen an unserem Gemeindeleben belegen dies.

Zum Abschluss möchte ich allen danken, die heute oder in der Vergangenheit unseren SV Sülzbach, bei dem auch ich in den 1960er Jahren meine ersten und zugegebenermaßen wenig von Erfolg gekrönten Fußballversuche als Torwart (für zwei Spiele) und danach als Auswechselspieler machte, mit ehrenamtlicher Arbeit zu dem gemacht haben, was er heute ist. Danke natürlich ganz besonders all jenen, die in der Frauenfußballabteilung mitarbeiten oder mitgearbeitet haben und natürlich unseren Fußballfrauen, die in diesem Jahr im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit stehen.

Für die Zukunft wünsche ich das Allerbeste, fußballerischen Erfolg und viel Spaß beim gemeinsamen Ausüben Ihres Sports, bei dem wie beim Männerfußball die überraschende Erkenntnis von Mario Basler gilt: „Wenn der Ball am Torwart vorbei geht, ist es meist ein Tor.“

In diesem Sinne wünsche ich alles Gute und immer eine Handbreit Platz zwischen dem Ball und den Handschuhen der gegnerischen Torfrau!

Herzliche Grüße

Reinhold Gall MdL
Innenminister des Landes Baden-Württemberg

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