Die Schule im Dorf lassen! (Bildquelle: photocase.com // Mr. Nico) „Jetzt kommt auch noch die 3. Form der Werkrealschule durch CDU und FDP.“ so der SPD-Landtagsabgeordnete Reinhold Gall. Kultusministerin Marion Schick habe in der Plenardebatte vergangenen Donnerstag die Zweizügigkeit als Kernstück der sogenannten Werkrealschulreform aufgegeben und auch einzügigen Hauptschulen versprochen, Werkrealschule werden zu dürfen. Und dies nachdem das Aus vieler Hauptschulen im Land bereits vorgezeichnet ist. „ZickZack auch in der Bildungspolitik! Die Landesregierung ist mit der Werkrealschulreform endgültig gescheitert! Mal sehen, wie lange dieses Versprechen anhält!“, kritisiert Gall.
Die Landesregierung habe unzählige Anträge von kleinen Hauptschulen in ländlich geprägten Gebieten abgelehnt. Zusätzlich seien die kleinen Hauptschulen dadurch geschwächt worden, dass Schülerinnen und Schüler aus ihrem Einzugsgebiet auf die neuen Werkrealschulen in Nachbargemeinden abwanderten. „Aus Sicht der Eltern und der Schülerinnen und Schüler ist das völlig verständlich.“ betont Gall, der sich darüber ärgert, dass die Landesregierung durch eine unsägliche Schulpolitik den Gemeinden den „Schwarzen Peter“ weiterreiche und die eigenen Hände in Unschuld wasche.
„Die Wahrheit ist doch, dass die schwarzgelbe Landesregierung gerade erst durch ihr Sparprogramm ‚neue Werkrealschule‘ unzählige Schulstandorte in Gefahr gebracht hat.“ so Gall. „Diese Zickzackpolitik in der Bildungspolitik ist unsäglich!“ kritisiert der Landespolitiker.
„Nach dem Versprechen der Kultusministerin ist diese nun gefordert ein Zukunftskonzept für die kleinen weiterführenden Schulen aufzuzeigen.“ Die Werkrealschulreform von CDU und FDP/DVP habe die Schließung vieler kleiner Hauptschulen erst in Kauf genommen. Die SPD habe dementgegen eine zukunftsweisende Schulkonzeption, deren Kennzeichen Längeres gemeinsames Lernen und mehr individuelle Förderung seien. Durch Verbundschulen, an denen sowohl der Hauptschulabschluss als auch die Mittlere Reife gemacht werden kann, könne eine flächendeckende Schulversorgung auch auf dem Land langfristig gewährleistet werden. „Wir brauchen ein Schulsystem, das unsere Schulen nicht ausbluten lässt.“ so Gall. Eine weiterführende Schule im Ort ist ebenso wie ausreichend KiTa-Plätze ein wichtiger Standortfaktor für die Kommunen.