SPD Illingen / Schützingen

 

Tolle Diskussion zum Thema "Kirche und Staat"

Veröffentlicht in Wahlkreis


Rund 45 Interessierte diskutierten mit zum Thema "Wie viel Kirche braucht der Staat?"

Ein voller Erfolg war der Diskussionsabend "Wie viel Kirche braucht der Staat?", zu dem Reinhold Gall Kirchenvertreter und interessierte Bürger/innen nach Sülzbach eingeladen hatte. Gemeinsam mit dem Weinsberger Dekan Georg Ottmar und dem Abstatter Abgeordneten und kirchenpolitischen Sprecher der SPD-Landtagsfraktion Ingo Rust erörterte man die Berührungspunkte zwischen Kirche und Staat und Fragen der Zusammenarbeit.

"Suche nach dem lebendigen Dialog

Von Margit Stöhr-Michalsky, Heilbronner Stimme

Obersulm - Die Frage "Wie viel Kirche braucht der Staat?" war bewusst provokativ gewählt worden. Reinhold Gall, parlamentarischer Geschäftsführer der SPD-Landtagsfraktion, und Ingo Rust, kirchenpolitischer Sprecher der SPD-Landtagsfraktion, hatten zu einer Diskussionsrunde in die Ortsverwaltung Obersulm-Sülzbach eingeladen. Die Frage stellten sie an Georg Ottmar, den Dekan des Kirchenbezirks Weinsberg sowie an die überwiegend anwesenden Pfarrer, Kirchenräte und Mitarbeiter in diesem Bezirk.

Dabei wurde deutlich, dass sich die Frage nach der Quantität nicht stellte, dass sich Staat und Kirche aber gegenseitig in den geregelten Beziehungen stärken könnten. Mehr noch, die Politiker wünschten sich eine klare Einmischung bei ethischen Themen von Seiten der Kirche. Reinhold Gall: "Wir möchten einen starken Staat, in dem die Kirche Gewicht hat".

Ermutigung Er sah die Veranstaltung als Ermutigung, Themen in die Politik zu transportieren. Zurzeit diskutieren in ganz Baden-Württemberg Vertreter des Staates mit Vertretern der Kirche. Obersulm-Sülzbach war die 20. Veranstaltung dieser Art. Rust zeigte auf, dass es in der Praxis viele Berührungspunkte bei Staat und Kirche gebe, in der Bildung etwa, bei sozialen Einrichtungen, beim Denkmalschutz, so sei die Kirche der größte Eigentümer denkmalgeschützter Gebäude, im finanziellen Bereich durch staatliche Leistungen. Er informierte über die gesetzlichen Regelungen in der Landesverfassung und im Grundgesetz. Dekan Georg Ottmar fand es schwierig auf die Frage, "wie viel Kirche braucht der Staat" zu antworten. Zwei Erwartungen beobachte er. Einerseits solle sich die Kirche ganz auf das Religiöse beschränken, andererseits solle die Kirche ein kritisches Gegenüber zum Staat sein. "Beides hat seine Berechtigung und seine Grenzen", sagte er.

Die Kirche habe jedoch eine Verantwortung für die Mitgestaltung der Gesellschaft, machte der Dekan deutlich. Er stellte vier Ebenen vor, wie sich Kirche einbringt. Da sei das bürgerliche Engagement der Mitglieder in allen Gremien, Berufen und Parteien, dann die sozialen und diakonischen Einrichtungen, das Gemeindeleben, das für viele eine Heimat sei, die Seelsorge und Nachbarschaftshilfe, die Erwachsenen Bildung mit Themen für Lebensgestaltung.

Werte Der vierte Bereich, in dem es um Wertevermittlung ging, bot erneut Stoff zur Diskussion. Für ihn sei der zentrale Wert dort, wo es um die "bedingungslose Würde des Menschen gehe", so Ottmar. Daraus entstünden die Einsätze auf vielen Ebenen. Fragen schlossen sich an, zum Beispiel "wie verankert ist die Kirche in der Gesellschaft?"

Kirchenaustritte waren ein Thema. "Wo konnte die Politik die Kirchemehr gebrauchen?" "Wir brauchen die praktische Beratung der Kirche", sagte Rust. Dazu forderte er auf, dass sich die Kirche bei ethischen Themen klar zu Wort melde.

Die Diskutierenden stellten fest, dass Staat und Kirche oftmals gleiche Probleme haben, bei dem Versuch, in der Gesellschaft gehört zu werden. Am Ende der Veranstaltung wünschten sich die Teilnehmer, dass der Dialog zwischen politischen Vertretern und kirchlichen Vertretern im Kirchenbezirk fortgesetzt wird."

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Bild: Gustav Döttling, Obersulm

 

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