SPD Illingen / Schützingen

 

SPD will Wohnungsbau wieder stärker fördern

Veröffentlicht in Landespolitik


Bildquelle: photocase.com // typogretel

Die SPD-Landtagsfraktion und die Aktionsgemeinschaft Impulse für den Wohnungsbau in Baden-Württemberg wollen den Wohnungsbau im Land deutlich vorantreiben und das Thema wieder aus seinem Schattendasein herausholen. „Im Gegensatz zu Schwarz-Gelb werden wir die Wohnungsnot in Baden-Württemberg nicht einfach hinnehmen, sondern dafür sorgen, dass wieder mehr Wohnungen gebaut werden“, erklärt Nils Schmid, Spitzenkandidat und Fraktionsvizechef. Bei einer Regierungsbeteiligung wird die SPD deshalb das Volumen der Wohnraumförderung von derzeit 48,45 auf 100 Millionen Euro erhöhen.

Diese Ankündigung wird von der Aktionsgemeinschaft Impulse für den Wohnungsbau unterstützt. Es handelt sich dabei um ein Bündnis von Vertretern der Bau- und Immobilienwirtschaft, Arbeitnehmern und Mietern aus Baden-Württemberg. „In einigen Städten und Regionen in Baden-Württemberg ist die ausreichende Versorgung mit Wohnraum heute schon nicht mehr gewährleistet“, sagt Jochen Bayer, Sprecher der Aktionsgemeinschaft. Und weiter: „Der Neubau von Wohnungen muss verdoppelt werden, um Engpässe und steigende Mieten in Baden-Württemberg zu vermeiden.“ Er plädiert deshalb dafür, die Abschreibungssätze im Mietwohnungsbau zu erhöhen, um auch den privatwirtschaftlichen Wohnungsbau anzukurbeln.

In Baden-Württemberg geht die Anzahl neugebauter Wohneinheiten seit Jahren kontinuierlich zurück und liegt inzwischen unter dem benötigten Gesamtbedarf. Bayer verweist darauf, dass nach Expertenangaben für die Jahre 2008 bis 2025 insgesamt über eine Million Wohnungen in Baden-Württemberg neu gebaut werden müssten, umgerechnet also rund 60.000 Wohnungen pro Jahr. Errichtet wurden nach Angaben des Statistischen Landesamtes im Jahr 2008 aber lediglich rund 27.500 neue Wohneinheiten, 2009 waren es sogar nur 25.400 Wohnungen. Als Folge sind in Baden-Württemberg sowohl der Bau von Sozialwohnungen als auch Bau und Erwerb von Eigentumswohnungen zurückgegangen.

Schmid macht für diese Wohnraumlücke vor allem die Landesregierung verantwortlich: „Die Bilanz ist eindeutig: CDU und FDP haben bei der Schaffung von Wohnraum für künftige Generationen versagt." Das zeigt sich an der Landeswohnraumförderung. Erneut stehen dafür seit 2010 nur 48,45 Millionen Euro zur Verfügung. Gefördert wurden damit im vergangenen Jahr gerade einmal 1600 Wohnungen. Lediglich 6,2 Millionen Euro aus dem Fördervolumen kamen vom Land selbst, während der Bund den weit überwiegenden Teil finanzierte. Zum Vergleich: Bayern gibt im Jahr 2011 rund 205 Millionen Euro für die Wohnraumförderung aus (siehe Grafik).

Damit wieder mehr Wohnungen im Land gebaut werden will die SPD deshalb die Förderung von knapp 50 auf 100 Millionen Euro jährlich erhöhen. Diese Verdoppelung kann für die gesamte Legislaturperiode durch die Abtretung von Forderungen des Landes aus Wohnraumdarlehen an die Landeskreditbank finanziert werden. Mit diesem Forderungsverkauf stünden dem Land als Gläubiger sofort die für eine Ausweitung der Wohnraumförderung notwendigen Gelder zu Verfügung, erläutert Schmid seinen Gegenfinanzierungsvorschlag.

Die SPD würde die Hälfte der dann insgesamt zur Verfügung stehenden Mittel für den Mietwohnungsbau einsetzen. Dieser Förderschwerpunkt sei unter der bisherigen schwarz-gelb geführten Landesregierung fast vollständig unter die Räder geraten, sagt Schmid. Das zeige sich etwa daran, dass im Jahr 2007 gerade einmal 28 Mietwohnungen im ganzen Land gefördert wurden. Erst nach massivem Druck der Wohnungswirtschaft sei die Landesregierung wieder bereit, den Mietwohnungsbau auf geringem Niveau zu unterstützen.

Als weitere Maßnahme zum Ankurbeln des Wohnungsbaus hält es Bayer zudem für notwendig, die degressive Abschreibung wieder einzuführen oder zumindest die linearen Abschreibungssätze von bisher zwei auf vier Prozent für Mietwohnungsneubauten zu erhöhen. „Dies ist ein wichtiges Instrument, um Impulse für den privatwirtschaftlichen Wohnungsbau zu geben“, betont Bayer. Vorrangiges Ziel sei es, den brach liegenden Wohnungsbau in den Regionen Deutschlands, in denen bereits heute bezahlbarer Wohnraum knapp ist, anzuregen. Dazu gehört vor allem Baden-Württemberg. Bayer ist davon überzeugt, dass die Wiedereinführung zu keinen Belastungen der öffentlichen Haushalte führe. Dies habe unlängst eine Untersuchung des renommierten Pestel-Instituts gezeigt. „Es handelt sich nicht um ein staatliches Geschenk an Investoren“, so Bayer. Vielmehr würden dabei die privaten Bauträger investieren, um einen finanziellen Ertrag zu erwirtschaften. Daran könnte der Staat über Ertrags-, Einkommenssteuer und Sozialversicherungsbeiträge partizipieren. „Mit Blick auf die baden-württembergische Sondersituation kann das ein weiterer Anreiz sein, um den hier nach wie vor hohen Wohnungsbedarf zu decken“ pflichtet Schmid bei.

Schmid und Bayer weisen auch darauf hin, dass eine aktive Wohnraumpolitik weitere Vorteile habe: Das Handwerk und der gesamte Mittelstand erhielten Aufträge, Arbeits- und Ausbildungsplätze würden gesichert. Zudem werde der Wirtschaftsstandort Baden-Württemberg für viele dringend benötigte Fachkräfte wieder attraktiv, weil Wohnraum zu bezahlbaren Preisen zur Verfügung stünde. „Wohnungsbaupolitik ist Politik für den Standort Baden-Württemberg“, erklärt Schmid.

 

Homepage Reinhold Gall MdL

Katja Mast Unsere Frau in Berlin

 

Jetzt Mitglied werden

 

Shariff

 

WebsoziInfo-News

07.06.2026 19:19 Christos Pantazis zur Reform der Pflegeversicherung
Stabilisierung der Pflegeversicherung muss solidarisch sein Ohne fairen Ausgleich zwischen sozialer und privater Pflegeversicherung bleibt die Finanzkrise der Pflege ungelöst. „Der Entwurf enthält wichtige Ansätze zur Verbesserung der Versorgung pflegebedürftiger Menschen. Die stärkere Ausrichtung auf Prävention und Rehabilitation, die Unterstützung pflegender Angehöriger sowie Maßnahmen zur Entbürokratisierung gehen grundsätzlich in die richtige Richtung. Die zentrale Antwort… Christos Pantazis zur Reform der Pflegeversicherung weiterlesen

03.05.2026 15:23 Martin Rabanus zum Tag der Pressefreiheit
Tag der Pressefreiheit: Wir schützen Journalist:innen und stärken die Medienvielfalt. Martin Rabanus, kultur- und medienpolitischer Sprecher: Am Tag der Pressefreiheit zeichnet sich eine desolate Entwicklung für Journalist:innen weltweit ab. Die SPD-Bundestagsfraktion fordert deshalb konsequenten Schutz und eine Digitalsteuer, die den Medienstandort Deutschland und Europa sichert. „Am Tag der Pressefreiheit geht es um mehr als um… Martin Rabanus zum Tag der Pressefreiheit weiterlesen

01.05.2026 15:23 Armand Zorn zum Tankrabatt
Wir entlasten schnell und spürbar Über die befristete Senkung der Energiesteuer ist es möglich, sehr schnell jene spürbar zu unterstützen, die es dringend brauchen. Jetzt kommt es darauf an, dass die Mineralölkonzerne die Steuersenkung an die Verbraucher:innen weitergeben und die Preise entsprechend senken. Mit der weiteren Schärfung des Kartellrechts muss rasch der dritte Teil unseres… Armand Zorn zum Tankrabatt weiterlesen

27.04.2026 15:26 Zum Tag der Arbeit: SPD-Spitze an der Seite der Gewerkschaften
Die SPD ruft zur Teilnahme an den diesjährigen Kundgebungen des DGB zum Tag der Arbeit am 1. Mai auf. Ganz im Sinne des diesjährigen Mottos „#GEMA1NSAM – Für gute Arbeit“ kämpft die SPD an der Seite der Gewerkschaften für eine Entlastung der Beschäftigten und eine sichere Rente, für mehr Tarifbindung, einen höheren Mindestlohn und eine… Zum Tag der Arbeit: SPD-Spitze an der Seite der Gewerkschaften weiterlesen

30.03.2026 18:07 Nina Scheer zur Reaktivierung von Kohlekraftwerken
Eine verlängerte Nutzung von Kohlekraftwerken nach 2038 wäre weder notwendig noch sinnvoll Die Erneuerbaren sind die sauberste, sicherste und kostengünstigste Form der Erzeugung.  Es bedarf allerdings nun auch des entschlossenen Willens der Koalition und der federführenden Bundeswirtschaftsministerin, die gesetzlichen Hebel weiter auf eine systemische Umstellung zur Nutzung Erneuerbarer Energien zu stellen. „Eine verlängerte Nutzung von… Nina Scheer zur Reaktivierung von Kohlekraftwerken weiterlesen

Ein Service von info.websozis.de