SPD Illingen / Schützingen

 

SPD: Landtag soll Datenschutz beaufsichtigen - Fraktion legt umfassendes Konzept vor

Veröffentlicht in Landespolitik

Datenschutzexperte der SPD Andreas Stoch: „Das Land muss endlich die Konsequenzen daraus ziehen, dass auch der Datenschutz im privaten Bereich eine immer größere Bedeutung für die Bürger hat. Bislang ist der Datenschutz in Baden-Württemberg wegen der schlechten Personalausstattung im Ländervergleich allenfalls Mittelmaß“

Als erste Fraktion im Landtag legt die SPD nach dem Urteil des Europäischen Gerichtshofes ein umfassendes Konzept für eine Neuordnung des Datenschutzes und der Datenschutzaufsicht in Baden-Württemberg vor. Vorgeschlagen wird, den Datenschutz für den öffentlichen und den privaten Bereich beim Landesbeauftragten zu konzentrieren und ihn künftig vom Landtag wählen zu lassen. Der Landtag soll diese Datenschutzbehörde mit einem parlamentarischen Kontrollgremium beaufsichtigen. Stoch weist darauf hin, dass eine parlamentarische Verantwortlichkeit des Landesbeauftragten eine stärkere Berichtspflicht gegenüber dem Parlament nach sich ziehe. Tätigkeitsberichte müssten deshalb mindestens jährlich erstattet werden. Um die Unabhängigkeit der Datenschutzbehörde zu wahren, dürfe es keine Fach- und Rechtsaufsicht geben, fordert der gelernte Jurist. Zu einer unabhängigen Amtsführung gehöre auch, dass die Behörde die Entscheidungshoheit über Personal, Haushalt und Organisation erhält und der Haushalt des Landesbeauftragten in einem eigenen Kapitel im Haushaltsplan des Landtags veranschlagt werde.

Stoch beklagt, dass Schwarz-Gelb notwendige Änderungen beim Datenschutz viel zu lange verzögert habe. Die steigende Zahl von Missbrauchsskandalen in der Wirtschaft und im Internet mache rasche und durchgreifende Lösungen notwendig.

Desweiteren werde der Datenschutz in Baden-Württemberg bislang zu wenig beachtet. Zwar habe die Landesregierung auf den SPD-Antrag zur Bündelung des Datenschutzes im Dezember 2009 mitgeteilt, dass sie den Datenschutz für den öffentlichen und den privaten Bereich „baldmöglichst“ zusammenlegen und die Zuständigkeiten beim Landesbeauftragten für den Datenschutz bündeln wolle. „Trotz dieser Erklärung ist bisher wenig passiert“, erklärt Stoch. Dabei seien Verbesserungen dringend notwendig. „Bislang ist der Datenschutz in Baden-Württemberg wegen der schlechten Personalausstattung im Ländervergleich allenfalls Mittelmaß“.

Die SPD fordert deshalb für die zusammengelegte Datenschutzbehörde mindestens 30 bis 35 Stellen bis 2012. Nur dann könne die Behörde ihre Aufgaben effizient und bürgernah erfüllen. Derzeit sind beim Landesbeauftragten für den Datenschutz 17 Stellen angesiedelt. Für die originäre Kontrolltätigkeit im nicht-öffentlichen Bereich stehen im Innenministerium gerade einmal sechs Stellen zur Verfügung. Demgegenüber soll der Datenschutz in Bayern für den öffentlichen und den privaten Bereich bis 2012 nach bisheriger Planung auf insgesamt 41 Stellen ausgebaut werden.

Derzeit sind die Datenschutzkontrollstellen für beide Bereiche in den Stadtstaaten Berlin, Bremen und Hamburg, in Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Sachsen und Schleswig-Holstein in einer Behörde zusammengefasst. Mit Ausnahme von Bremen unterliegen dabei alle diese Behörden einer nach EU-Recht nicht mehr zulässigen Staatsaufsicht.

 

Homepage Andreas Stoch

Katja Mast Unsere Frau in Berlin

 

Jetzt Mitglied werden

 

Shariff

 

WebsoziInfo-News

30.03.2026 18:07 Nina Scheer zur Reaktivierung von Kohlekraftwerken
Eine verlängerte Nutzung von Kohlekraftwerken nach 2038 wäre weder notwendig noch sinnvoll Die Erneuerbaren sind die sauberste, sicherste und kostengünstigste Form der Erzeugung.  Es bedarf allerdings nun auch des entschlossenen Willens der Koalition und der federführenden Bundeswirtschaftsministerin, die gesetzlichen Hebel weiter auf eine systemische Umstellung zur Nutzung Erneuerbarer Energien zu stellen. „Eine verlängerte Nutzung von… Nina Scheer zur Reaktivierung von Kohlekraftwerken weiterlesen

25.03.2026 17:51 Jakob Blankenburg zum Klimaschutzprogramm
67 Maßnahmen, sieben Ministerien, ein Klimaschutzprogramm Die aktuelle Weltlage mit Konflikten, die sich massiv auf unsere Energieversorgung auswirken, zeigt eindeutig: Wir müssen schnell unabhängig von fossilen Energieträgern werden. Das heute von Bundesumweltminister Carsten Schneider vorgelegte Klimaschutzprogramm zeigt einen fairen Weg zur Erreichung der Klimaziele 2030 sowie für mehr Versorgungssicherheit auf. „Dieses Klimaschutzprogramm ist für die… Jakob Blankenburg zum Klimaschutzprogramm weiterlesen

25.03.2026 17:50 Eine notwendige strategische Perspektive für die Zukunft unseres Wirtschaftsstandorts
Ich begrüße die Impulse von Bundesfinanzminister Lars Klingbeil ausdrücklich. Deutschland steht an einem Wendepunkt. Wir brauchen ein neues Wirtschaftsmodell: eines, das konsequent auf Innovation setzt, technologische Führerschaft ermöglicht und zugleich dafür sorgt, dass Wohlstand in der Breite der Gesellschaft ankommt. „Innovation und Gerechtigkeit sind die Grundlage für nachhaltiges Wachstum und breiten Wohlstand in Deutschland. Deshalb… Eine notwendige strategische Perspektive für die Zukunft unseres Wirtschaftsstandorts weiterlesen

11.02.2026 21:41 Dagmar Schmidt zum Behindertengleichstellungsgesetz
Barrierefreiheit nützt uns allen Die Bundesregierung treibt die Barrierefreiheit voran: Das Kabinett hat am Mittwoch eine Reform des Behindertengleichstellungsgesetzes auf den Weg gebracht. SPD-Fraktionsvizin Dagmar Schmidt spricht von einem wichtigen Schritt. „Der Gesetzentwurf zur Reform des Behindertengleichstellungsgesetzes bedeutet einen wichtigen Schritt hin zu einer inklusiveren Gesellschaft. Er stärkt die Rechte von Menschen mit Behinderungen und… Dagmar Schmidt zum Behindertengleichstellungsgesetz weiterlesen

11.02.2026 21:39 Stefan Zierke zur Entwicklung im Deutschlandtourismus
Rekord im Tourismus – Strategie, gute Arbeit und verlässliche Politik zahlen sich aus Stefan Zierke, tourismuspolitischer Sprecher: Der Deutschlandtourismus erreicht mit 497,5 Millionen Gästeübernachtungen einen neuen Rekord. Klare Strategie, engagierte Beschäftigte und verlässliche Politik sorgen für Wachstum, stärken die Betriebe und sichern gute Arbeit – für einen wirtschaftlich starken, sozial gerechten und nachhaltigen Tourismus in allen… Stefan Zierke zur Entwicklung im Deutschlandtourismus weiterlesen

Ein Service von info.websozis.de