Quelle: SPD Tuttlingen Als Polizeisprecher und Innenexperte ist Reinhold Gall im ganzen Land ein gefragter und gern gesehener Gast bei Veranstaltungen seiner Landtagskollegen und von SPD-Kreisverbänden. Am Dienstag hat er gemeinsam mit dem Tuttlinger Abgeordneten Fritz Buschle die Polizeidirektion in Tuttlingen besucht und abends an einer Podiumsdiskussion teilgenommen.
Gränzbote, 20.02.09
LANDKREIS TUTTLINGEN (pm) Zur Podiumsdiskussion "Öffentliche Sicherheit in Kreis und Land - Im Spannungsfeld zwischen Gefühl und Wirklichkeit. Wege zur Prävention und Integration" hat die SPD- Kreistagsfraktion am Dienstag in den Sitzungssaal des Landratsamts eingeladen. 50 Besucher waren gekommen.
Vor fast 50 Besuchern konnte der Landtagsabgeordnete Fritz Buschle den Innenpolitischen Sprecher der SPD- Landtagsfraktion Reinhold Gall, den Leiter der Tuttlinger Polizeidirektion Ralf Thimm, Oliver Butsch als Vertreter des Landkreises und Klaus Jansen als Vertreter der Stadt Tuttlingen als Teilnehmer an der vom SPD- Kreistagsfraktionsvorsitzenden Dieter Müller moderierten Podiumsdiskussion begrüßen. Auch Vertreter der Freien Wähler und der Offenen Grünen Liste besuchten die Veranstaltung.
Polizeidirektor Ralf Thimm schilderte in seinem Referat die Arbeit der Polizeidirektion Tuttlingen und die Situation im Landkreis. Die subjektive Wahrnehmung der Menschen und die Realität klafften beim Thema "Sicherheit" oft auseinander. Etwa 6500 Straftaten wurden in den vergangenen Jahren jedes Jahr im Landkreis registriert. Für 2008 sei ein leichter Rückgang zu verzeichnen. Der Landkreis Tuttlingen sei, was die Anzahl von Straftaten betrifft, unter dem Durchschnitt des Landes Baden- Württemberg.
Jugendarbeit als Prävention
Oliver Butsch, Amtsleiter im Amt für Familie, Kinder und Jugend im Landkreis, gab dem Publikum einen Überblick über die Jungendgerichtshilfe im Landkreis Tuttlingen. Die häufigste Sanktionsform für Jugendliche sei die im Volksmund als "Sozialstunden" bezeichnete gemeinnützige Arbeit. Diese sei nicht als Strafe, sondern als Erziehungsmaßnahme zu sehen. Als Präventionsmaßnahmen hob er die Jugendarbeit und die Schulsozialarbeit hervor. Wichtig sei auch eine gute Vernetzung von Polizei, Justiz und Jugendamt. Ein "Haus des Jugendrechts" wie es schon in Stuttgart mit allen verantwortlichen Stellen unter einem Dach könne er sich im Landkreis Tuttlingen auch vorstellen.
Als Abteilungsleiter Familie, Schulen und Kindergärten bei der Stadt Tuttlingen hob Klaus Jansen die Aufgaben einer Kommune bei Fragen der öffentlichen Sicherheit hervor. Das Gefühl der Unsicherheit bestehe am stärksten bei den Bevölkerungsgruppen, die von Kriminalität am wenigsten betroffen seien, ausgelöst schlicht durch Unordnung. Hier könne die Kommune mit Sauberkeit, Stadtsanierung oder Straßenbeleuchtung entgegenwirken. Präventionsmaßnahmen von Seiten der Stadt seien die Sprachförderung in den Kindergärten, die Schulsozialarbeit und die Umwandlung aller Tuttlinger Schulen in Ganztagsschulen. Allerdings nähmen diese Maßnahmen die Eltern nicht aus der Verantwortung.
Der innenpolitische Sprecher der SPD- Landtagsfraktion Reinhold Gall hatte bereits am Vormittag die Polizeidirektion Tuttlingen besucht. Er habe ein sehr positives Bild von der Tuttlinger Polizei. "Die Polizei in Baden- Württemberg insgesamt leistet gute Arbeit- und das trotz der schlechtesten Bezahlung in ganz Deutschland." Erst in drei Jahren würden die Neueinstellungen zu einer Entlastung beitragen. "Sicherheit ist ein Bürgerrecht", so der Neckarsulmer Landtagsabgeordnete. Dieter Müller ergänzte: "Die öffentliche Sicherheit wird von den Verantwortlichen sehr ernst genommen, ohne Panik zu verbreiten."
Quelle: SPD Tuttlingen