Veröffentlicht in Landespolitik
Kurzinfo zu TOP 4: Zukunft der Milchwirtschaft Rede von Alfred Winkler, agrarpolitischer Sprecher der Fraktion
Die SPD-Fraktion fordert die Milchbauern im Land dazu auf, ihre eigene Marktmacht zu organisieren. Nur so könnten sie den Molkereien und Handelsketten Paroli bieten, die heute den Preis einfach diktierten, erklärte Alfred Winkler, agrarpolitischer Sprecher. Hierbei solle das Land nicht nur Zaungast spielen, sondern die Erzeuger soweit unterstützen, wie es marktrechtlich zulässig sei. Winkler: "Es geht um die Zukunft und das Rückgrat ganzer und besonders schöner Landstriche. Das ist jede Anstrengung wert."
Der Agrarexperte erklärte, dass die Milcherzeugung im Land bei einer Zahlung von nur noch 26 Cent pro Liter wirtschaftlich nicht mehr möglich sei. Bei solchen Preisen könnten zwar noch Großerzeuger in den Niederlanden oder in Norddeutschland mithalten. "Aber für kleine Höfe in den Höhenlagen von Alb und Schwarzwald geht es hier um die nackte Existenz", sagte Winkler. Er betonte aber, dass es keine Lösung sei, die Milchquote zu verlängern. Die Quote habe bereits heute ihre Ziele verfehlt und die Preise nicht stabilisiert. Stattdessen bringe sie für viele Milcherzeuger zusätzliche Kosten für den Kauf oder die Pacht der Milchquote.
Winkler forderte deshalb, die Betriebe durch moderne Technik und hohe Qualitätsstandards fit zu machen für den Markt. Bei größeren Betrieben gehe es dabei um die Produktion und Vermarktung auf regionalen Marken sowie um die Veredelung zu höherwertigen Milchprodukten. Die Landesregierung habe hier zusätzliche Mittel versprochen und auch im Rahmen des Konjunkturprogramms bereitgestellt. "Ob die Mittel tatsächlich und auch zielgerichtet eingesetzt werden, bleibt aber erst einmal abzuwarten", erklärte Winkler.
Homepage Reinhold Gall MdL
Veröffentlicht am 23.04.2009