Ganz so viele Menschen passen dann doch nicht in die neue Stathalle (Bildquelle: photocase.com // Mr. Nico) Während sich in den Monaten Januar und Februar für gewöhnlich die Neujahrsempfänge häufen, steht dieses Wochenende – zumindest beim Blick in meinen Kalender – im Zeichen der Halleneinweihungen. Heute ist Möckmühl mit seiner sanierten Stadthalle dran, morgen wird im nahe gelegenen Langenbrettach die ebenfalls grundrenovierte Gemeindehalle eingeweiht.
Eine Stadt- oder Gemeindehalle ist für gewöhnlich der Dreh- und Angelpunkt des kommunalen Lebens. Hier finden die großen Feiern der örtlichen Vereine statt, hier gibt es Kultur- und Informationsveranstaltungen, hier können die Bürgerinnen und Bürger zu Versammlungen zusammen kommen. Deswegen ist es gut, dass sich die Möckmühler Gemeinderätinnen und Gemeinderäte und der Bürgermeister dazu entschlossen haben, trotz hoher Investitionen dieses Projekt anzugehen und im Vorfeld sogar einen Architekturwettbewerb zu veranstalten. Dieser ist in der Regel eine Garantie für gelungene Entwürfe und Bauten. Wenn ich die sanierte Halle von innen und außen betrachte, dann stelle ich fest: das ausführende Büro Bechler, Krumlauf, Teske hat die Erwartungshaltung, die ein guter Ruf natürlich weckt, wunderbar erfüllt. Die neue Stadtalle ist ein Schmuckstück für Möckmühl und passt sich sehr gut ins bestehende Stadtbild ein. Ich bin sicher, dass die Bürgerinnen und Bürger dieser Stadt die Entscheidung und auch die getätigte Investition auf Dauer gutheißen werden.
Ganz allein hat Möckmühl die neue Halle allerdings nicht stemmen müssen. Für kommunale Bauprojekte gibt es diverse Töpfe und Programme auf Landesebene, die solche Vorhaben unterstützen. In diesem Fall stammen die Landeszuschüsse in Höhe von rund 800 000 Euro aus dem Programm „Energetische Sanierung und soziale Infrastruktur“. Beides Bereiche, die ich für unwahrscheinlich wichtig halte. Über den Sinn und Nutzen energetischer Sanierung muss ich wohl keine Worte verlieren, das ist jedem klar. Und auch Bedeutung einer solchen Halle für das städtische Miteinander habe ich bereits angesprochen. In Zeiten, in denen viele Kommunen über den Rückgang des aktiven Vereinsleben oder die Kommerzialisierung der Freizeiteinrichtungen und Freizeitgestaltung klagen, will ich deutlich festhalten: nur wenn eine Stadt oder Gemeinde die entsprechende Infrastruktur zur Verfügung steht, schafft sie die erforderlichen Rahmenbedingungen. Die Stadt Möckmühl tut dies, indem sie die sanierte Halle an diesem Wochenende den Bürgerinnen und Bürgern übergibt.
Ein Wort in eigener Sache noch zum Schluss: Als Vorsitzender des Kreisfeuerwehrverbandes Heilbronn stehe ich in engem Kontakt mit unseren Mitgliedsfeuerwehren. Für gewöhnlich sind die Aufgaben der Feuerwehr beim Neubau einer Stadthalle klar definiert: Beratung bei der Planung und Umsetzung des Brandschutzes und die obligatorische Einsatzübung im Vorfeld der Eröffnung, um für den Ernstfall gerüstet zu sein. Als ich mich vor einigen Tagen mit dem hiesigen Feuerwehrkommandanten Uwe Thoma unterhalten habe, habe ich erfahren, dass die Kameradinnen und Kameraden vor Ort die Praxistauglichkeit der sanierten Stadthalle noch auf eine andere Art getestet haben:
Bereits im Dezember 2011 hat die Feuerwehr in der noch nicht fertiggestellten Halle ihre Weihnachtsfeier abgehalten – bei einer Wehr mit rund 200 Mitgliedern in der Aktiven-, der Jugend- und der Altersabteilung eine gewisse logistische Herausforderung. Doch es wurde bei weitem nicht nur die „Feschtlestauglichkeit“ der Halle geprüft, mir wurde gesagt, dass der Druck, der durch diesen Termin entstanden ist, durchaus dazu beigetragen hat, dass am Ende der Zeitplan der Sanierung eingehalten wurde.
Ob es nun der Feuerwehr zu verdanken ist, dass die Zuschüsse des Landes durch die rechtzeitige Fertigstellung nicht verfallen sind, kann ich freilich nicht beurteilen. Jedenfalls ist eines sicher: die Kameradinnen und Kameraden erledigen nicht nur ihre originären Aufgaben, sie taugen auch zur Bauabwicklung bei öffentlichen Einrichtungen. Wenn ich daran denke, dass die Fertigstellung des neuen Innenministeriums in Stuttgart mittlerweile auf Ende des Jahres 2012 verschoben wurde, müssen wir wohl darüber nachdenken, ob die Feuerwehr Möckmühl ihre Weihnachtsfeier in diesem Jahr nicht in die Landeshauptstadt verlegen sollte…
In der Bibel steht bei Lukas 14,23 geschrieben "Auf dass mein Haus voll werde!” Heute Abend ist die Halle gut besucht und wenn ich die Aktivitäten der Möckmühler Vereine und Bürgerschaft Revue passieren lasse, dann wird dies sicher auch in Zukunft gelingen.
In diesem Sinne wünsche ich allen Beteiligten viel Freude mit der neuen Stadthalle und am Sonntag einen erfolgreichen Tag der offenen Tür!
Artikel bei www.stimme.de
(Grußwort bei der Einweihung am 27.01.2012, es gilt das gesprochene Wort)