Zu seiner Jahreshauptversammlung kam der Kreisfeuerwehrverband Heilbronn im März in der Frizhalle in Schwaigern zusammen. Der Vorsitzende des Verbandes, Reinhold Gall MdL (Obersulm) konnte eine positive Bilanz des vergangenen Jahres ziehen.
Einsätze, Ausbildung und technische Neuerungen
Die Landkreiswehren mussten im vergangenen Jahr 1686 ausrücken. Für Kreisbrandmeister Uwe Vogel ist insbesondere die Zahl der 286 Fehlalarme immer noch zu hoch. Die Tagesalarmsicherheit ist bei manchen Wehren nicht ausreichend gesichert. Hier gilt es künftig, durch Kooperationen mit Nachbarwehren, sichere Verhältnisse zu schaffen. Die Umstellung auf die digitale Alarmierung steht kurz vor dem Abschluss. Gemeinsam mit der Feuerwehr der Stadt Heilbronn und allen anderen Hilfsorganisation im Landkreis werden über 5.000 Melder beschafft. 889 Feuerwehrangehörige haben einen Lehrgang auf Kreisebene besucht. An der Landesfeuerwehrschule in Bruchsal wurden 109 Lehrgänge besucht. Erfolge gab es auch bei der Feuerwehrleistungsprüfung, die in Untergruppenbach abgenommen wurde: 9 Gruppen mit Gold, 11 Gruppen mit Silber und 12 Gruppen mit Bronze waren erfolgreich. Erneut konnte, entgegen dem Landestrend, ein Zuwachs beim Personal erzielt werden.
Öffentlichkeitsarbeit, Veranstaltungen und Ehrungen
Beim Homepage-Wettbewerb des Deutschen Feuerwehrverbandes und der Firma Dräger wurden neben dem Internetauftritt des Verbandes auch 6 Landkreiswehren ausgezeichnet. Bei über 1200 Teilnehmern hat dabei die Löwensteiner Wehr mit einem hervorragenden Platz 3 am besten abgeschnitten, gefolgt von Schwaigern auf Platz 11 und Leingarten auf Platz 28. Für Reinhold Gall steht es außer Frage, dass diese Form der Öffentlichkeitsarbeit das Ansehen der Wehren in der heutigen Zeit in besonderem Maße prägt.
Ein Höhepunkt war die 60-Jahr-Feier des Kreisfeuerwehrverbandes. Der Abend hat deutlich gemacht, welchen Anteil gerade unser Verband und seine Funktionäre in der Nachkriegszeit beim Aufbau der Verbandstrukturen in Baden-Württemberg geleistet haben. Dazu gehört der Bau des Feuerwehrheims - heute Feuerwehrhotels – am Titisee oder die Gustav-Binder-Stiftung.
Neuland wurde mit dem Treffen der Feuerwehrfrauen betreten. Der ungezwungene Meinungsaustausch über die Erfahrungen, die unsere Kameradinnen im Feuerwehralltag gemacht haben, mündete in einigen Anregungen, die den verantwortlichen Feuerwehrkommandanten bereits mitgeteilt wurden. Das nächste Treffen ist bereits für das Frühjahr terminiert. Als Sprecherin haben die Frauen Stefanie Göttert aus Untergruppenbach bestimmt.
Eine ganze Reihe von verdienten Kameraden wurde für ihre Verdienste geehrt. Besonders hervorzuheben ist dabei Kurt Semen aus Bad Friedrichshall, der mit dem Deutschen Feuerwehrehrenzeichen in Gold ausgezeichnet wurde. An fünf Firmen wurde der Titel „Partner der Feuerwehr“ verliehen und somit deren Engagement für unsere Arbeit gewürdigt.
Gesetzliche und formale Neuerungen
Bei der Novellierung des Feuerwehrgesetzes hat man sich über den Landesfeuerwehrverband eingebracht und dabei noch wesentliche Anpassungen erreichen können. So konnte z.B. der Erhalt der Werkfeuerwehren erreicht werden, da diese eine wesentlicher Bestandteil der Gefahrenabwehr sind und nicht den kommerziellen Interessen einiger weniger Konzerne geopfert werden durften. Im Kreisverband ist man froh über die sechs Werkfeuerwehren, da sie Aufgaben übernehmen, die die Gemeindefeuerwehren nur schwer übernehmen könnten. Reinhold Gall begrüßte dabei auch den neuen Vertreter der Werkfeuerwehr im Verbandsausschuss. Günter Vogel von der Werkfeuerwehr der Audi AG hat die Nachfolge von Manfred Mezger angetreten.
Zum wiederholten Mal wurde die Umsetzung des Feuerwehrführerscheins angemahnt. Während andere Bundesländer dies längst umgesetzt haben, fehlen bei uns nach wie vor die Ausführungsbestimmungen. Auf eine entsprechende Intervention hat das Innenministerium jetzt bis Ende März Vollzug versprochen.
Erhalten werden konnte auch die Feuerschutzsteuer, die im Rahmen der Föderalismusdiskussion auf der Kippe stand. Hier konnte dank der Intervention der Verhandlungsführer unserer Verbände Unheil abgewendet werden. Es wird jetzt allerdings von der Politik erwartet, dass diese Mittel auch in vollem Umfang den Feuerwehren im Land zukommen und nicht, wie schon geschehen, für andere Haushaltstitel zweckentfremdet werden.
Finanzkrise kommt auch bei der Feuerwehr an
Da die Finanz- und Wirtschaftskrise im laufenden, aber auch im nächsten Jahr die kommunalen Haushalte voll treffen wird, müssen auch die Feuerwehren ihre laufenden Ausgaben und Investitionen hinterfragen. Trotzdem müssen sie sich darum bemühen, dass eine sachgerechte Ausrüstung, insbesondere wenn sie der Sicherheit der Feuerwehrangehörigen dient, nicht auf die lange Bank geschoben wird. „Sicherheit für unsere Mitbürgerinnen und Mitbürger zu gewährleisten, sind wir erst in der Lage, wenn wir zuerst die Sicherheit unserer eigenen Kräfte gewährleisten können“, so der Verbandsvorsitzende Reinhold Gall.
Beitragserhöhung
Beschlossen wurde die bereits im Vorjahr angekündigte Beitragserhöhung. Ursache für die notwendige Erhöhung waren die stark angestiegenen GEMA-Pauschalgebühren für Feuerwehrveranstaltungen, die zentral für alle Wehren vom Verband bezahlt werden. Die Beitragserhöhung wurde mehrheitlich genehmigt.
Dank vom Landrat
„Unsere Feuerwehren sind und werden auch in Zukunft unverzichtbar sein“, brachte es Landrat Detlef Piepenburg bei seinem Grußwort auf den Punkt. Der Kreisfeuerwehrverband freut sich über dieses Lob und nimmt es als Ansporn, weiterhin gute und engagierte Arbeit in den Städten und Gemeidnen des Landkreises Heilbronn zu leisten.
Vorschau
„Neue Herausforderungen im Katastrophenschutz“. Zu diesem Thema wird in einer Abendveranstaltung am 21. Juli 2010 in der Kundenhalle der AOK Heilbronn der Präsident des Bundesamtes für Bevölkerungs- und Katastrophenschutz, Unger, Risikoszenarien vorstellen und danach mit Vertretern von Feuerwehr, THW und den Rettungsdiensten diskutieren.
Text: Kreisfeuerwehrverband