SPD Illingen / Schützingen

 

Werkrealschule beschleunigt Ende kleiner Schulstandorte

Veröffentlicht in Landespolitik


Quelle: photocase.com / Psypion

Nach Ansicht der SPD-Landtagsfraktion gefährdet die Landesregierung mit ihrem heute verabschiedeten Konzept zur neuen Werkrealschule die Schulstandorte im ländlichen Raum. Viele der 756 einzügigen Hauptschulstandorte im Land seien in ihrer Existenz bedroht, sagte der SPD-Bildungsexperte und Vorsitzende des Schulausschusses, Norbert Zeller. Damit forciere die Landesregierung mit der Werkrealschule in Wirklichkeit die Schließung von Schulstandorten, obwohl sie dies offiziell ablehne. "Rau wird nicht erreichen, dass die Hauptschule als Werkrealschule überlebt", sagte Zeller: "Dem Kultusminister geht es mit der Werkrealschule nur noch darum, am mehrteiligen Schulsystem festzuhalten." Ob das pädagogisch sinnvoll sei, spiele für ihn keine Rolle.

Die SPD forderte demgegenüber für alle Schülerinnen und Schüler grundsätzlich zehn Schuljahre. "An allen Hauptschulstandorten, also auch den einzügigen, muss der Werk-ealschulabschluss und - bei Vorlage eines entsprechenden Konzeptes - auch der echte Realschulabschluss möglich sein", sagte Zeller.

Zeller hält die Beteuerungen der Landesregierung, dass es sich beim Werkrealschulabschluss um einen gleichwertigen mittleren Bildungsabschluss wie bei der Mittleren Reife handele, für unglaubwürdig. Rau selbst konterkariere diese Auffassung, indem er an der dreistufigen Grundschulempfehlung festhalte. Dadurch bringe er den qualitativen Unterschied der Werkrealschule zur Realschule sowie der dort erworbenen Abschlüsse zum Ausdruck. "Wenn Werkrealschule und Realschule wirklich gleichwertig wären, dann bräuchte Rau bei der Grundschulempfehlung auch keine Unterscheidung zwischen den beiden Schularten", erklärte Zeller. Der Bildungsexperte forderte Rau demgegenüber auf, innovative Schulkonzepte vor Ort zuzulassen: "Dass immer mehr Schulträger wie etwa in Mulfingen eigene Wege gehen wollen, zeigt doch, wie sehr sich das bisherige Schulsystem überlebt hat."

 

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