SPD Illingen / Schützingen

 

Vertretungslehrer-Pools: Beschwichtigungsversuche und Zukunftsmusik

Veröffentlicht in Pressemitteilungen

Die Stellungnahme des Kultusministeriums auf einen Antrag des Abgeordneten Andreas Stoch offenbart, dass die von Ministerin Schick so gern und vollmundig beschworenen Vertretungslehrer-Pools als Lösung des massiven Unterrichtsausfalls noch weit entfernt von ihrer Umsetzung sind.

Bereits Ende des letzten Schuljahres beklagte Jürgen Habmann, geschäftsführender Schulleiter der hiesigen Gymnasien, in der HZ die kritische Personalsituation an den Schulen. Krankheitsbedingte und vor allem kurzfristige Ausfälle von Lehrkräften seien kaum mehr mit eigenem Personal aufzufangen. Selbst mit Streichungen im Ergänzungsbereich, also bei den AGs, und fachfremden Unterrichten sei Unterrichtsausfall nicht zu vermeiden.

Mit Recht verwies Habmann auf die Vertretungslehrer-Pools, über deren Einrichtung Kultusministerin Marion Schick bereits kurz nach ihrem Amtsantritt im Frühjahr vor dem Landtagsplenum sprach. Diese sollten das Vertretungsproblem an den Schulen schnell und unbürokratisch lösen. Nach Ministerin Schicks Ausführungen vor Parlament und Presse konnte man der Meinung sein, diese Vertretungs-Pools seien bereits im Land institutionalisiert. In den Schulen selbst ist allerdings nach Auskunft Habmanns bis heute noch keine Information aus Stuttgart dazu eingetroffen.

Im Juli dieses Jahres brachte der SPD-Landtagsabgeordnete Andreas Stoch einen Antrag zu besagten Lehrer-Pools in den Landtag ein und fragte nach der konkreten Umsetzung der Pools an den Schulen. Die Antwort des Kultusministeriums, im Internet beim Landtag Baden-Württemberg unter der Drucksachennummer 14/6752 einsehbar, war ernüchternd und entlarvte die Verweise Schicks auf die Pools als reine Beschwichtigungsversuche und vor allem ferne Zukunftsmusik. Die Hauptaussage der Stellungnahme ist, dass das Kultusministerium sich noch in der Abstimmungsphase mit den Hauptpersonalräten befinde und deshalb noch keine Angaben über den Zeitrahmen und die näheren Details zur Umsetzung der Vertretungslehrer-Pools machen könne.

Mit dieser Antwort erklärte sich Andreas Stoch selbstverständlich nicht zufrieden und übergab den Antrag zur Weiterbehandlung an den zuständigen Ausschuss für Schule, Jugend und Sport. Dort wird er am 13. Oktober erneut zur Diskussion stehen.

Ob die Pools wirklich Abhilfe schaffen können, wird unter anderem auch von Lehrerverbänden und der GEW stark in Zweifel gezogen. Diese Idee sei vielmehr eine Verzögerungstaktik oder ein Schwarzer-Peter-Spiel, in dem sich die Verantwortlichen gegenseitig die Schuld zuschieben, mit dem einzigen Ergebnis, dass auch in diesem Schuljahr wieder viel zu viele Unterrichtsstunden ausfallen werden.

 

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