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SPD fordert: Neubauten des Landes nur noch als Passivhäuser!

Veröffentlicht in MdB und MdL

SPD-Energieexperte Thomas Knapp: "Die Landesregierung predigt in Sonntagsreden offensiven Klimaschutz, begnügt sich bei eigenen Neubauten aber mit gesetzlichen Mindeststandards"

Die Forderung der SPD-Landtagsfraktion, das Land solle seine eigenen Neubauten vorbildlich und klimafreundlich nur noch in Passivhausbauweise oder als "Energie-Plus-Haus" errichten, wird von der Landesregierung rundweg abgelehnt.

Dies geht aus der Stellungnahme der Landesregierung zu einem Parlamentsantrag der SPD hervor. SPD-Energieexperte Thomas Knapp reagierte enttäuscht: "Die Landesregierung predigt in Sonntagsreden offensiven Klimaschutz, begnügt sich bei eigenen Neubauten aber mit gesetzlichen Mindeststandards."

Mit Verweis auf die in diesem Jahr verschärfte Energieeinsparverordnung des Bundes und auf ein paar Modellvorhaben hält Finanzminister Stächele es für völlig ausreichend, nur die gesetzlichen Mindestanforderungen einzuhalten. Auch die Kommunen sieht er nicht in der Pflicht, beim Energie sparenden und klimafreundlichen Bauen voranzugehen.

Die SPD hatte in einem Antrag das Land aufgefordert, ihre eigenen künftigen Neubauten wie Ministerien, Polizeigebäude, Universitäten oder auch Behörden nur noch nach den neuesten bautechnischen Gesichtspunkten zu errichten. Knapp sieht darin einen wichtigen Baustein, damit das Land bis zum Jahr 2020 20 Prozent einspart und den Anteil der Erneuerbaren Energien auf 20 Prozent der Primärenergie anhebt (heute 8,7 Prozent).

Technisch sei es ohne Weiteres machbar, auch Bürogebäude so zu bauen, dass sie nicht mit fossilen Energien beheizt werden müssen und sogar durch Einsatz von solarthermischen oder Photovoltaikanlagen mehr Energie produzieren als verbrauchen. Hierzu gehöre auch ein modernes Beleuchtungssystem und eine hocheffiziente Dämmung und Belüftung. Ganz nebenbei schaffe dies auch optimale Arbeitsbedingungen für die Beschäftigten, wobei sich die Mehrinvestitionen angesichts der enormen Energieeinsparung rentierten. Außerdem kämen solche Ausgaben dem heimischen Handwerk zugute.

Nach Ansicht von Knapp seien auch die Kommunen gefordert, den Weg zur Passivhausbauweise zu beschreiten. Ihre Mehraufwendungen ließen sich über Darlehen der L-Bank finanzieren, deren Rückfluss durch die Energieeinsparung gewährleistet werden könnte. Auch Gemeinden, die knapp bei Kasse sind, könnten auf diese Weise Schulen, Behörden oder Sporthallen zukunftsweisend bauen und damit einen wertvollen Beitrag zum Klimaschutz leisten.

Timo Steinhilper

 

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