Veröffentlicht in Landespolitik
Für die SPD-Landtagsfraktion bleiben die drängenden Probleme in der Bildungspolitik ein weiteres Jahr ungelöst. Obwohl die Landesregierung inzwischen Probleme mit dem hohen Unterrichtsausfall und den viel zu großen Klassen einräume, folgten daraus für das neue Schuljahr keinerlei Konsequenzen, kritisierte der Parlamentarische Geschäftsführer der Fraktion, Reinhold Gall. Auch im kommenden Schuljahr hätten viele Klassen noch 33 Schülerinnen und Schüler und der Unterrichtsausfall bleibe unverändert hoch. Gall forderte die Landesregierung auf, als Sofortmaßnahme die Zahl der Krankheitsvertretungen zu erhöhen, um die Unterrichtsversorgung schnell zu verbessern.
Der SPD-Politiker begrüßte zwar grundsätzlich die Einführung der Evaluation an den Schulen, kritisierte aber deutlich die vorgesehene Finanzierung. Es sei unverantwortlich, dass Rau für die Evaluation bis zu 280 Deputate umwidme. Dies gehe eindeutig zu Lasten der Unterrichtsversorgung und erschwere die Akzeptanz der Evaluation in den Schulen. Die SPD forderte deshalb zusätzliche Ressourcen für die Evaluation.
Nach seinen Angaben wird sich die Unterrichtsversorgung im Land im neuen Schuljahr nicht verbessern. Die Zahl von 4200 Neueinstellungen relativiere sich deutlich, wenn man berücksichtige, dass etwa 3500 Lehrerstellen allein durch Pensionierung oder Beurlaubung frei würden. Rechne man noch die Zahl der Abordnungen und die benötigten Lehrerstellen für die Rückgabe der Vorgriffsstunde hinzu, so bleibe unterm Strich für eine Reduzierung des Unterrichtsausfalls nichts mehr übrig. Hier hätte die Landesregierung über eine Erhöhung der Krankheitsstellvertretungen im Vorgriff auf die vorgesehene Senkung des Klassenteilers schon jetzt eine deutliche Verbesserung der Unterrichtsversorgung erreichen können.
Homepage Reinhold Gall MdL
Veröffentlicht am 08.09.2008