SPD Illingen / Schützingen

 

Schulausschussvorsitzender Zeller redet Klartext

Veröffentlicht in Veranstaltungen


(v.l.)Stefan Ade, Gerd Roser, Norbert Zeller, Thomas Knapp

Gut besuchte Diskussion der SPD-Kreisverbände Pforzheim und Enzkreis mit Norbert Zeller MdL
Das Thema Schule ist derzeit in aller Munde. Ob an Gymnasien, Hauptschulen oder beruflichen Schulen – überall werden die gleichen Probleme erörtert. Es fallen zu viele Stunden aus, es fehlt an der nötigen Versorgung mit Lehrpersonal oder, die Schulen entsprechen in Ihrer baulichen Ausstattung nicht mehr den heute erforderlichen Standards.

Grund genug für die SPD-Kreisverbände Pforzheim und Enzkreis und den SPD-Landtagsabgeordneten Thomas Knapp, eine Diskussionsveranstaltung zu diesem Thema zu organisieren. „Immer wieder erreichen mich und meine Kollegen Briefe besorgter Eltern und Lehrer, die beklagen dass einfach zu viele Unterrichtsstunden ausfallen“, so der SPD-Landtagsabgeordnete Thomas Knapp zu Beginn der Veranstaltung.

Als Referenten konnten die Sozialdemokraten an diesem Abend Norbert Zeller MdL (SPD), Vorsitzender des Schulausschusses des Landtags und somit einen der versiertesten Kenner der Bildungspolitik im Land, gewinnen. Von Seiten des Regierungspräsidiums Karlsruhe nahmen der Referatsleiter für die Beruflichen Schulen, Gerd Roser, sowie der für die Gymnasien in Pforzheim und im Enzkreis zuständige Personalreferent Stefan Ade an der Veranstaltung teil. Insgesamt nahmen über 40 Personen – darunter Lehrer, Schulleiter und Eltern an der Diskussionsveranstaltung teil.

Die SPD, so Norbert Zeller in seinem Eingangsstatement, habe konkrete Vorstellungen darüber, wie Deutschland aus dem bildungspolitischen Mittelfeld herauskommen kann. Er forderte kleinere Schulklassen sowie mehr Lehrpersonal, um den teilweise gravierenden Stundenausfall an baden-württembergischen Schulen zu stoppen. Mehr als 700 zusätzliche Lehrer würden benötigt, um die allein die aktuellen Stundenpläne zu erfüllen. Der zusätzliche Bedarf, der aus Krankheit und Mutterschutz entstünde sowie für die angestrebte Verkleinerung der Klassen, sei hierin noch gar nicht berücksichtigt. „Wir brauchen die Ganztagesschule“, stellte er für die SPD-Landtagsfraktion unmissverständlich klar. Nur so könnten neue innovative Lehrkonzepte auf den Weg gebracht werden. Auch der Stress vieler Schülerinnen und Schüler, hervorgerufen durch die Einführung von G8 an den Gymnasien im Land, könne so verringert werden.

Stefan Ade ging zu Beginn seines Kurzreferats auf die Versorgung mit Lehrkräften ein. Es sei derzeit sehr schwierig ausreichend geeignete Bewerber zu requirieren. Des Weiteren habe man mit dem Versuch Seiteneinsteiger für den Lehrerberuf zu gewinnen auch nicht immer die besten Erfahrungen gemacht. Hinzukommt dass sich auch immer mehr junge Frauen für den Beruf als Gymnasiallehrerin interessieren würde. Die so Ade sei von Seiten des Regierungspräsidium zwar ausdrücklich gewünscht, bringe damit allerdings, wie an anderen Schultypen auch, einen Trend zur Verweiblichung mit sich. Somit würden auch an Gymnasien immer mehr Engpässe an Lehrpersonal durch Mutterschutz entstehen.

Norbert Zeller wies in diesem Zusammenhang ebenfalls darauf hin, dass sich mittlerweile immer mehr Eltern damit behelfen würden die Bildungslücken ihrer Kinder durch private Nachhilfe zu schließen. Für den sozialdemokratischen Bildungspolitiker ein Ding der Unmöglichkeit. Norbert Zeller: „Es kann nicht sein, dass Kinder, nur weil Mama oder Papa nicht das Geld für Nachhilfestunden haben, gegenüber anderen Kindern aus begüterteren Familien benachteiligt werden.“

Gerd Roser, ebenfalls vom Regierungspräsidium Karlsruhe, forderte eine bessere Wertschätzung der Lehrerinnen und Lehrer durch die Öffentlichkeit. Nur so könne es gelingen, den Beruf des Pädagogen wieder für junge Menschen attraktiv zu machen.

„Die finanzielle Ausstattung unserer Schulen muss wieder besser werden“, forderte Norbert Zeller, wie im übrigen auch sein Kollege Thomas Knapp, zum Abschluss der Veranstaltung.

Timo Steinhilper

 

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