Bereits Ende April hat sich der Landtagsabgeordnete und Vorsitzende der SPD-Kreistagsfraktion Reinhold Gall (Obersulm) in einem Schreiben an die Albtal-Verkehrs-Gesellschaft (AVG) gewandt, um die Geschäftsführung auf die Problematik um den S-Bahn-Haltepunkt „Weinsberg-West“ aufmerksam zu machen. In einem Antwortschreiben erkennt die AVG zwar die Problematik an, sie sei aufgrund von Zuganschluss- und Taktzeiten in Fahrtrichtung Öhringen jedoch nicht in der Lage, etwas gegen dieses Ärgernis zu unternehmen. Genau diese Fahrtrichtung ist es aber, bei der die Abfahrtszeiten nicht auf die Schichtenden in den umliegenden Betrieben abgestimmt sind.
Eine Antwort, mit der sich der SPD-Politiker nicht abspeisen lassen will. „Wenn ich mir vorstelle, dass man für über eine Million Euro einen Haltpunkt einrichtet, der dann nicht ordentlich bedient werden kann, komme ich mir vor wie in Schilda.“ Es lege nun einmal in der Natur einer Haltestelle, dass Züge dort halten und nicht durchfahren, so Gall weiter. Schließlich heiße die Einrichtung Halte- und nicht Durchfahrtsstelle. Besonders ärgerlich findet Reinhold Gall, dass die AVG in einer Pressemitteilung vom 23. März 2009 ausdrücklich erklärt hat, alle Stadtbahnen nach 10 Uhr würden den Haltepunkt bedienen.
„Ich habe den Eindruck, dass die Planungen der AVG ziemlich weit an der Realität vorbeigehen und auch in keiner Weise mit den kommunalen Entscheidungsträgern vor Ort abgestimmt wurden“, kritisiert Gall weiter. Man habe zwar den Standort der Haltestelle in den kommunalen Gremien beschließen lassen, danach habe die AVG es aber offensichtlich nicht mehr für nötig gehalten, die Praxistauglichkeit ihrer Planungen zu überprüfen. Gleiches gelte übrigens für den völlig überdimensionierten Park-and-Ride-Parkplatz in Ellhofen.
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