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MdL Andreas Stoch besucht die Stadtwerke Heidenheim

Veröffentlicht in Pressemitteilungen

Zu einem Gedankenaustausch über die ökonomischen und ökologischen Auswirkungen der jüngsten energiepolitischen Regierungsentscheidungen traf sich der SPD-Landtagsabgeordnete Andreas Stoch mit dem Vorstand der Stadtwerke Heidenheim AG, Dieter Brünner, und Prokurist Erich Weber am vergangenen Mittwoch.

Dass sich die Heidenheimer Stadtwerke bereits seit 145 Jahren auf dem hart umkämpften Energiemarkt erfolgreich behaupten, nahm MdL Stoch bei einer informativen Einführung in Geschichte und Strukturen des Unternehmens erstaunt und mit großer Anerkennung zur Kenntnis. Bereits 1865 gegründet versorgten die Stadtwerke Heidenheim mit aus Kohle gewonnenem Stadtgas. 1885 erfolgte der Aufbau der Trinkwasserversorgung und seit 1905 erzeugen und verkaufen die Stadtwerke Strom. Damit sind sie eines der ältesten und traditionsreichsten Unternehmen der Region.

Die Stadtwerke erwirtschaften gegenwärtig einen Jahresumsatz von ca. 180 Millionen Euro und beschäftigen rund 180 Mitarbeiter, davon 25 Auszubildende. Die sich bisher stets fortschreibende Erfolgsgeschichte der Stadtwerke liegt nicht zuletzt an einer vorausschauenden und innovativen Unternehmenspolitik. 1973 wurde die Stadtwerke Heidenheim AG gegründet, deren Aktien zu 100 Prozent der Stadt Heidenheim gehören, und seit 2003 liefern sie auch Strom an Kunden außerhalb der eigenen Netze.

In dem Berufsverband ARGEnergie e.V., deren Obmann Vorstand Dieter Brünner ist, setzen sich die Stadtwerke Heidenheim AG gemeinsam mit 112 anderen Energieversorgern aus Süddeutschland für eine regionale und vor allem dezentrale, von den Energieriesen unabhängige Energieversorgung ein, wobei der Fokus der Stadtwerke auf die Stromerzeugung aus regenerativen Energien und vor allem den Bau hocheffizienter und umweltschonender Kraft-Wärme-Kopplungs-Kraftwerke gerichtet ist.
Im Gespräch mit dem Landtagsabgeordneten Stoch stellten Brünner und Weber ein vom Verband ARGEnergie e.V. in Auftrag gegebenes Gemeinschaftsgutachten über die Auswirkung der Verlängerung von Laufzeiten von Kernkraftwerken vor. Viele Stadtwerke haben im Vertrauen auf das Auslaufen der Kernkraft Investitionen geplant, die die Energieversorgung dezentraler gestalten und klimafreundlicher machen könnten. Das Gutachten bestätigt nun negative Effekte für diese nachhaltige, umweltschonende Investitionsstrategie kommunaler Versorger, im Falle einer Laufzeitverlängerung der Atomkraftwerke. Kernkraftwerke erzeugen Grundlaststrom und laufen so fast das ganze Jahr hindurch. Wenn die Atomkraftwerkskapazitäten länger am Netz bleiben, werden andere Kraftwerke entsprechend weniger genutzt und können damit unwirtschaftlich werden. Betroffen sind insbesondere neue, umweltschonende Kraftwerke mit hohem Wirkungsgrad, die alte Kohlekraftwerke mit einem relativ hohen Emissionsvolumen von Treibhausgasen schrittweise ersetzen sollten.

Es sind deshalb Lösungsvorschläge gefragt, um den gewünschten und erforderlichen Bau umweltschonender Kraftwerke nicht zu verhindern. Im Wesentlichen ist in diesem Zusammenhang die Stilllegung vorhandener, alter Braun- und Steinkohlekraftwerke zu nennen. Diese könnten entsprechend der verlängerten Laufzeiten der Kernkraftwerke sukzessive vom Netz gehen.

Andreas Stoch vertritt die Auffassung, dass die Verlängerung der Laufzeiten zu einem ökologischen und ökonomischen Schaden führen werde, da die Entsorgungsproblematik nach wie vor ungelöst sei und der Ausbau der regenerativen Energien behindert werde. Das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit bestätigte mit seiner Statistik, dass die Branche der erneuerbaren Energien nicht mehr aus der deutschen Wirtschaft wegzudenken sind: Mit rund 280.000 Arbeitsplätzen und einem Gesamtumsatz von rund 31 Milliarden Euro im Jahr 2008 und stetig steigender Tendenz sind die erneuerbaren Energien eine der wichtigsten Zukunftstechnologien Deutschlands. Umso unverständlicher sei für Stoch nun die politische Entscheidung zur Laufzeitverlängerung, die nicht nur neue Technologien gefährde, sondern auch zu einer Wettbewerbsverzerrung zugunsten der großen Energiekonzerne führe.

 

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