MdL Andreas Stoch: „Eltern sollen nach einer intensiven Beratung selbst entscheiden können, ob sie ihr behindertes Kind in einer allgemeinen oder in einer Sonderschule unterrichten lassen“
 
Veröffentlicht in Kommunalpolitik
MdL Andreas Stoch: „Eltern sollen nach einer intensiven Beratung selbst entscheiden können, ob sie ihr behindertes Kind in einer allgemeinen oder in einer Sonderschule unterrichten lassen“
Das in der UN-Konvention festgeschriebene Recht behinderter Kinder auf Unterrichtung in der allgemein bildenden Schule muss auch in Baden-Württemberg ohne Abstriche umgesetzt werden. Diesen Appell richtete der SPD-Landtagsabgeordnete Andreas Stoch im Lichte der heute vorgestellten Empfehlungen des Expertenrats an Kultusminister Rau. Er forderte Rau auf, nicht bei den Expertenvorschlägen stehen zu bleiben, sondern den Eltern ein echtes Wahlrecht für den Schulbesuch ihres behinderten Kindes einzuräumen.
„Die Eltern sollen nach einer intensiven Beratung selbst entscheiden können, ob sie ihr behindertes Kind in einer Sonderschule oder in einer allgemein bildenden Schule unterrichten lassen“, sagte Stoch. Er bedauerte, dass dies die Empfehlungen des Expertenrats nicht vorsehen. Rau bleibe aufgefordert, noch in dieser Legislaturperiode den Weg für eine Schulgesetznovelle frei zu machen, die dem Inklusionsanspruch der UN-Konvention vollständig Rechnung trage.
„Schulen, die auf Inklusion setzen, müssen ab sofort unterstützt und beraten werden“, verlangte Stoch. Die Klassengröße bei zieldifferentem Unterricht dürfe maximal 20 Kinder betragen, davon höchstens 5 behinderte Kinder. In diesen Klassen solle das 2-Lehrerprinzip gelten. Die bestehende sonderpädagogische Beratungs- und Förderkompetenz der Sonderschulen würde in die allgemein bildenden Schulen umgeleitet. „Es geht also nicht darum, die Sonderschulen aufzulösen oder auf die Kompetenzen der Sonderpädagogen zu verzichten“, unterstrich Stoch. In einem inklusiven Schulsystem würden diese Kompetenzen dann in den allgemeinen Schulen benötigt.
Stoch wünscht sich bei allen Beteiligten als allerersten Schritt einen Mentalitätswechsel, „damit an den Schulen das gemeinsame Lernen von behinderten und nicht-behinderten Kindern die normalste Sache der Welt wird“.
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