SPD Illingen / Schützingen

 

Andreas Stoch besucht Freundeskreis Asyl in Niederstotzingen

Veröffentlicht in Wahlkreis

Der SPD-Landtagabgeordnete und Minister für Kultus, Jugend und Sport besuchte gemeinsam mit den SPD-Stadträten Ursula Hegele und Theodor Feil sowie mit Vertretern des SPD-Ortsvereins den Niederstotzinger Freundeskreis Asyl und kam mit den ehrenamtlichen Helfern, Flüchtlingen sowie Vertretern der beiden Kirchen ins Gespräch.

Auf Initiative des SPD-Ortsvereins Niederstotzingen besuchte der Abgeordnete den örtlichen Freundeskreis Asyl im evangelischen Gemeindehaus. Zu diesem Informationsaustausch fanden sich neben den Vertretern des Freundeskreises, Theo und Regina Hartmann, Ingeborg Huber-Rottinger und Bärbel Noller auch der evangelische Pfarrer Ulrich Erhardt und der katholische Dekan Dr. Sven van Meegen ein.

Theo Hartmann berichtete von der Situation der kosovarischen Flüchtlinge, die zum Großteil Ashkali seien - eine Untergruppierung der Roma - und in ihrer Heimat als Minderheit verfolgt würden. Dies müsse bei der Gewährung von Asyl beachtet werden, bittet Hartmann den Abgeordneten. Stoch dankt dem Freundeskreis Asyl für den großen persönlichen Einsatz. Ohne diese große Bereitschaft in der Bevölkerung sei der derzeitige Flüchtlingszustrom nicht zu bewältigen. Allerdings wolle und könne er hier keine „schönen Zusagen“ machen. Ehrlichkeit gegenüber den Menschen hier und den Flüchtlingen sei in der derzeitigen Lage wichtig. Die Entscheidung der Kanzlerin, Menschen nicht an den Grenzen stehen zu lassen, hält Stoch für richtig. Allerdings hätte es ein viel früheres Handeln erfordert. Fluchtursachen müssten endlich beseitigt und Bleibeperspektiven in den Heimatländern geschaffen werden. Es drängten derzeit unzählige Menschen ins Land, für die das Asylrecht nicht greife und die die zuständigen Ämter und Institutionen überforderten. Hier bedürfe es endlich eines Einwanderungsgesetzes mit klaren Regeln, wie es die SPD schon seit langem fordere.

Im Gespräch mit den Asylbewerbern erfuhr Stoch, dass alle Kinder den Kindergarten bzw. die Schule besuchen. Die Sprachförderklassen in Sontheim würden gut angenommen und die Kinder lernten schnell deutsch, so Ingeborg Huber-Rottinger vom Freundeskreis. Den Erwachsenen erteile man ehrenamtlich Deutschunterricht im evangelischen Gemeindehaus. Um die 100-stündigen Kurse, die das Landratsamt bezahlt, wahrzunehmen, müssten die Asylbewerber nach Heidenheim, was schwierig zu organisieren sei. Hier empfiehlt Stoch eine Kooperation mit Sontheim, um eine Dozentin der VHS für den Unterricht vor Ort zu gewinnen. Die Sprache sei die Basis für eine gute Schulbildung und den Einstieg in den Arbeitsmarkt, unterstreicht Stoch. Deswegen unternehme die Landesregierung enorme Anstrengungen in der Sprachförderung. Seit Kurzem arbeiteten einige der Flüchtlinge bei einer Maßnahme der AWO in Hermaringen. Hartmann wünscht sich mehr Arbeitsmöglichkeiten. Generell sei es absurd, dass Asylbewerber nicht arbeiten dürften. „Die Menschen sind motiviert und wollen arbeiten“, so der einstimmige Tenor aus dem Freundeskreis. Ein junges Ehepaar berichtete stolz, dass es gemeinsam in Ulm eine Ausbildung zu Altenpflegehelfern mache. Dies werde ihre Bleibeperspektive deutlich erhöhen, so Stoch.

Dekan van Meegen sieht eine große Chance darin, durch eine profilorientierte Suche die hier fehlenden Arbeitskräfte zu gewinnen, zum Beispiel für die Bewältigung des drohenden Pflegenotstands. Die Kirche versuche, den Menschen hier ihre Ängste zu nehmen, indem sie sie mit den Flüchtlingen in Berührung bringe. Für Pfarrer Erhardt ist es die Aufgabe unserer Generation, die Flüchtlinge zu integrieren. Die Gesellschaft könne insgesamt daraus lernen. Stoch dankt den Vertretern der Kirchen, die als moralische Instanz Werte wie Nächstenliebe – oder auch Solidarität – lebten, und erinnert an den weihnachtlichen Gedanken. Verschiedene örtliche Vereine hätten ihre Hilfe zugesagt, so Hartmann.

„Diese Herausforderung schafft man nur gemeinsam, schafft damit aber auch Gemeinschaft“, stellten die Anwesenden abschließend fest und boten an, gegenseitig im Dialog zu bleiben.

 

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