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Tenor beim SPD-Bildungstag: Vielfalt der Kinder ist ein Reichtum und bietet Chancen für guten Unterricht

Veröffentlicht in Landespolitik


Bildquelle: photocase.com // hierisjosse

Über 170 Eltern, Lehrkräfte, Schülerinnen und Schüler aus ganz Baden-Württemberg kamen am Samstag in den Landtag zum traditionellen „Bildungstag“ der SPD-Landtagsfraktion. Gemeinsam mit den Bildungspolitikern und weiteren Fachleuten diskutierten sie über die Frage, wie die Schule der Zukunft aussehen muss, damit die jungen Menschen bessere Bildungschancen erhalten. Deutlich wurde, dass die individuelle, umfassende Bildung jedes Einzelnen der Dreh- und Angelpunkt aller schulischen Arbeit werden muss. Und dass die Schule die Aufgabe hat, junge Menschen zu Persönlichkeiten zu bilden.

„Werden die Kinder individuell gefördert, dann ist ihre Unterschiedlichkeit kein Problem. Im Gegenteil, gerade dann eröffnet die Vielfalt der Kinder die Chance für guten Unterricht“, so der bundesweit bekannte Reformpädagoge Otto Herz in seinem Referat. Mit Begeisterung und Witz zeigte er wichtige Aufgaben seiner Zukunfts-Schule auf. Herz forderte, dass die Schule die Schülerinnen und Schüler umfassend in den Blick nehmen und Raum für selbstbestimmtes Lernen bieten müsse. Hierfür böten qualitativ hochwertige Ganztagsangebote beste Voraussetzungen. „Wichtig ist, dass die jungen Menschen in der Schule bestärkt werden, und nicht beschämt“, so Herz.

Die bayerische Grundschullehrerin und Buchautorin, Sabine Czerny, die wegen ihrer angeblich zu guten Notengebung bundesweit in den Schlagzeilen war, überzeugte mit ihrem engagierten Plädoyer für eine neue Schulkultur. Sie sei überzeugt, dass die Ursache für die aktuelle Schulmisere eindeutig beim Schulsystem liege. Es basiere auf dem Prinzip des Aussonderns: Schülerinnen und Schüler würden dadurch demotiviert und kategorisiert. Stattdessen müssten alle Beteiligten bei den Potentialen der jungen Menschen ansetzen. Denn: „Ich kenne kein Kind, das nicht lernen will“, so Czerny.

Erwin Staudt, Präsident des VfB Stuttgart und ehemaliger Vorsitzender der Geschäftsführung der IBM Deutschland, verwies auf die vielfältigen Anforderungen der Berufswelt. Darauf müsse die Schule vorbereiten, wenn sie die Schülerinnen und Schüler in das Berufsleben entlasse. Allerdings dürfe die Schule nicht auf einen reinen Zulieferbetrieb reduziert werden. „Wir brauchen junge Menschen mit starken Persönlichkeiten und Selbstvertrauen. Das geht nur mit einer umfassenden Bildung. Hierbei spielt der Sport und das Erlernen von Teamfähigkeit eine ganz wichtige Rolle“, so Staudt.

Auch Götz Werner, Gründer der dm-Drogeriemärkte, unterstrich, dass die Ausbildungsbetriebe auf junge Menschen angewiesen seien, die mit beiden Beinen fest im Leben stehen. Hierfür sei eine Schule nötig, die mehr als nur reines kognitives Wissen vermittelt. „Wir brauchen Schulen, in denen die jungen Menschen Neugierde und ihren Wissensdrang ausleben können. Das alles steckt in den Kindern drin, aber sie brauchen in der Schule den Raum und die Zeit, es nach außen zu entfalten“, so Werner.

Beim Markt der Möglichkeiten präsentierten vier Schulen aus dem Land ihre pädagogische Arbeit. Im Einzelnen handelte es sich um folgende Beispiele:

Die öffentliche Grund- und Hauptschule in Mulfingen: eine kleine Hauptschule auf dem Weg zur Gemeinschaftsschule für alle
Die Gustav-Heinemann-Schule und Schanzschule in Pforzheim: Grundschulkinder ohne Handicap gehen in die Schule für Körper- und Geistigbehinderte

Das Geschwister-Scholl-Schulzentrum Tübingen: Schüler aus drei Schularten gehen in eine gemeinsame Unter- und Mittelstufe
Grund- und Hauptschule mit Werkrealschule Pater-Alois-Grimm-Schule Külsheim: eine Schule auf dem Weg zum Haus des Lernens

„Diese interessanten und Mut machenden Praxisbeispiele zeigen: die gute Schule, in der Kinder individuell gefördert werden und gemeinsam lernen, gelingt und sollte zum Vorbild für ganz Baden-Württemberg werden“, resümierte der Parlamentarische Geschäftsführer Sprecher der SPD-Fraktion, Reinhold Gall. Kinder müssten nicht separiert werden, um erfolgreich zu lernen. Im Gegenteil: ihre Unterschiedlichkeit sei eine Chance für guten Unterricht, höhere Lernmotivation und bessere Lernergebnisse. „Für die SPD ist deshalb klar: die in Baden-Württemberg praktizierte frühe Trennung der jungen Menschen in verschiedene Schularten geht zu Lasten ihrer Bildungschancen“, so Gall.

 

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