SPD Illingen / Schützingen

 

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PZ 28.05.2014 - WAHLSPLITTER

 

 

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SPD Illingen spendet Traubenkirschbaum

MÜHLACKER TAGBLATTErstellt: 22. Mai 2014, 00:00 Uhr

Die Sozialdemokraten vor der von ihnen gespendeten Traubenkirsche (Prunus padus). Foto: privat

Illingen-Schützingen (pm).

100 Jahre SPD Illingen, das haben die Sozialdemokraten vor einem Jahr in Schützingen gefeiert. Als Start in die nächsten 100 Jahre hat der SPD-Vorstand kürzlich eine Traubenkirsche übergeben, die bis zu 15 Metern hoch werden kann.

Klaus Kluge, der neben dem Vorstand auch einige Kandidaten zur Gemeinderatswahl begrüßen konnte, dankte Katharina Steffan, die die Idee zur Baumspende hatte.

Die Traubenkirsche wurde bereits durch den Bauhof vor dem Kindergarten Schatzkiste, Ecke Stahlbaustraße und Ortszentrum, gepflanzt und ist gut angewachsen.

Mühlacker Tagblatt

Illingen | Schützingen „SPD-Grundwerte sind aktueller denn je“ Illinger Sozialdemokraten blicken auf 100-jährige Geschichte zurück – Feier mit dem stellvertretenden Ministerpräsidenten Nils Schmid „Freiheit, Gerechtigkeit und Solidarität“: Diese Grundwerte haben sich die Gründungsväter der SPD in Illingen vor über 100 Jahren auf ihre Fahnen geschrieben. Wie wichtig sie noch sind, unterstrich Dr. Nils Schmid, stellvertretender Ministerpräsident des Landes Baden-Württemberg, in seiner Festansprache bei der Jubiläumsfeier am Samstag. Von Ulrike Stahlfeld Erstellt: 29. April 2013, 00:00 Uhr Illingen-Schützingen. „100 Jahre brauchen ein festes Fundament“, betonte der Finanz- und Wirtschaftsminister Schmid vor rund 120 Gästen in der Festhalle von Schützingen. Dieses Fundament bildeten die Grundwerte Freiheit, Gerechtigkeit und Solidarität. Auf dieses Leitmotiv ließen sich vor 100 Jahren die Menschen in Illingen ein. „Jede Zeit hat ihre eigenen Antworten“, zitierte Schmid das SPD-Urgestein Willy Brandt und machte damit deutlich, dass die SPD sich seitdem immer wieder mit neuen Aufgaben und Fragestellungen auseinanderzusetzen hatte. Es gelte, die Grundwerte in dieser Auseinandersetzung lebendig zu halten. „Unsere Grundwerte sind aktueller denn je“, b 152 etonte Schmid und verwies nicht zuletzt auf den Fall des Bayern-München-Präsidenten Uli Hoeneß, dem Steuerhinterziehung vorgeworfen wird: „Steuerbetrug ist Betrug am Gemeinwesen.“ Es unterhöhle das Vertrauen in das Gemeinwesen. Das Grundproblem sei der Egoismus, der die Gesellscha 1eae ft auseinandertreibe. Die SPD indes stehe für das Tariftreuegesetz, gleiche Bildungschancen und das klare Bekenntnis zum Industriestandort Baden-Württemberg, zu einer leistungsfähigen Infrastruktur und zu Innovation. Wirtschaftliche Stärke und gesellschaftlicher Zusammenhalt zeichneten die Sozialdemokraten in Baden-Württemberg aus. Die Grundwerte aber seien es, die den steten Jungbrunnen der Partei bilden. Schmid kam direkt von der Wahlkampfkonferenz der SPD in Filderstadt nach Schützingen. Er hatte den Abstecher möglich gemacht, obwohl er gesundheitlich angeschlagen war, wie an seiner belegten Stimme zu hören war. Schließlich hatte der Illinger Ortsvereinsvorsitzende Klaus Kluge lange genug um den Termin gekämpft und dafür sogar die Feier verlegt, die eigentlich schon im Herbst 2012 fällig gewesen wäre. So wurde am Samstag bereits im 101. Jahr des Bestehens gefeiert, weil ich „nachhaltig bin in meinen Bemühungen“, beschrieb Kluge schmunzelnd.

Illustre Gesprächsrunde mit Gratulanten (v.li.): Winfried Scheuermann (CDU), Ingeborg Beller (UBL), Jochen Protzer SPD-Kreisrat, SPD-Kreisvorsitzender Timo Steinhilper, SPD-Bundesabgeordnete Katja Mast, Bürgermeister Harald Eiberger und Moderator Bernd Schaßberger.

 

Pforzheimer Zeitung

28. April 2013 Illingens Bürgermeister Harald Eiberger (hinten) packte die Gelegenheit am Schopfe und bat Bundestagsabgeordnete Katja Mast und Nils Schmid (Mitte), Landesminister für Finanzen und Wirtschaft, sich ins Goldene Buch der Gemeinde Illingen einzutragen.läut

 

Vaihinger Kreiszeitung

"Wir wollen eine Wir-Gesellschaft" Landesvorsitzender Nils Schmid beim Festakt der SPD in der Schützinger Halle - Keine Anonymität für Steuerkriminelle Schützingen (sf). Große Jubiläen wollen ausgiebig gefeiert werden. Die SPD tat das am Samstagabend in der Schützinger Festhalle zusammen mit über hundert geladenen Gästen. Anlass: 150 Jahre SPD und 100 Jahre Ortsverein Illingen-Schützingen. Prominentester Gast: SPD-Landesvorsitzender Nils Schmid, der sich zugleich in goldene Buch der Gemeinde eintrug. Wenn es die Möglichkeit gibt, den amtierenden Finanzminister und stellvertretenden Ministerpräsidenten nach Schützingen zu holen, dann ist es eigentlich gar nicht so schlimm, dass der Festakt zum 100-jährigen Bestehen des SPD-Ortsvereins in Schützingen streng genommen ein Jahr zu spät kommt. Im November 2012 hätte man feiern können, aber der Landesvorsitzende Nils Schmid „hat nicht immer Zeit“, so der Ortsvereins-Vorsitzende Klaus Kluge. Feiern wollte die SPD aber auf jeden Fall „im Kreis der Familie“, und da, so Kluge, gehöre das Oberhaupt ganz einfach dazu. Ergebnis: gefeiert wurde schlussendlich zum 101., Klaus Kluge hat jetzt in Stuttgart den Status eines Dickschädels, der so lange nicht locker gelassen hat, bis die Zusage da war: Schmid kommt, und: Die Sicherheitsbehörden wissen nun auch, dass die Fahrt nach Schützingen gefahrlos ist. Auch das musste laut Kluge schließlich im Vorfeld geklärt werden. Es war also alles bereitet für ein großes Fest: mehrere Stunden lang feierte die SPD mit ihren Gästen, hatte dazu ein buntes Festprogramm mit großem Büfett, viel Musik und Tanzeinlagen zusammengestellt. Die Kollegen aus dem Gemeinderat überreichten ein gebackenes SPD-Logo. Dazu gab’s nach dem Essen die vielschichtige Geschichte des Ortsvereins (wir berichteten in der Samstagsausgabe) erzählt von Thomas Knapp, von 2001 bis 2011 Landtagsabgeordneter für die SPD, Jochen Protzer, ehemaliger Bürgermeister von Illingen, Martin Kunzmann, 2011 in Pforzheim Gegenkandidat von Stefan Mappus bei der Landtagswahl, sowie Katja Mast, Mitglied des Bundestags. Eigentlicher Höhepunkt des Abends war in kommunalpolitischer Hinsicht aber die Festansprache des SPD-Landesvorsitzenden Nils Schmid, der sich zugleich ins goldene Buch der Gemeinde Illingen eintrug – zusammen mit MdB Katja Mast und Kluge. Letzteres unter den Augen von Bürgermeister Harald Eiberger, der eigens für diesen Abend rote Socken angezogen hatte. Im Rahmen seiner Festrede hatte Schmid über die Begriffe der Freiheit und der Gerechtigkeit als Grundwerte der SPD gesprochen. Sie seien der „Jungbrunnen einer alten Partei“ und der gemeinsame Nenner. Freiheit dürfe dabei nicht die Macht des Stärkeren ausdrücken. Nur in einer solidarischen Gesellschaft könnten diese Grundwerte gelebt werden. „Das Wissen darum macht uns aus.“ Gefallenen wieder aufhelfen, Steine aus dem Weg räumen und diejenigen unterstützen, die sich nach oben arbeiten wollen: darum gehe es bei der Sozialdemokratie. Gerechte Löhne und gute Arbeitsbedingungen seien eine Frage der Sittlichkeit und die Basis für eine Wohlstands-Gesellschaft. Gerade in Baden-Württemberg wisse man das. Mit Mut und Kraft die Realität im Auge behalten und im Sinne dieser Grundwerte Politik zu gestalten, das sei von Anfang an das Ansinnen der SPD und ihrer Mitglieder gewesen. „Die Zukunft wird nicht von denen gemacht, die an der Vergangenheit kleben“, rief Schmid den Gästen zu. Das schließe manchmal auch harte Diskussionen ein, die anstrengend und nervenzerrend sein können. Vor dem Hintergrund der Debatten um Uli Hoeneß äußerte Schmid Unverständnis für die starken Schultern, die ihre Solidarität in Teilen entziehen wollen. Hoeneß selbst sei zwar genauso wenig früher Engel gewesen, wie er jetzt Teufel sein soll; Steuerhinterziehung sei aber ein Beispiel für die zunehmenden Egoismen, die der Gesellschaft schaden. „Wir wollen eine Wir-Gesellschaft“, so Schmid. Insofern sei es „goldrichtig“ gewesen, das Steuerabkommen mit der Schweiz abzulehnen. „Es kann nicht sein, dass jedes Jahr Millionen ehrlicher Steuerzahler das Gemeinwesen unterstützen und Steuerhinterzieher einen Betrug am Gemeinwohl begehen.“ Anonymität für Steuerkriminelle dürfe es nicht geben. „Ich freue mich, dass sich das jetzt in Europa durchsetzt.“ Den Kommunalpolitikern rief er abschließend zu, pragmatisch zu agieren, ohne die Grundwerte außer Acht zu lassen, dabei den Blick vor allem auf die Zukunft zu richten, die gestaltet werden muss. „Wer die SPD kennt, der weiß: Wir haben noch viel vor“, so Schmid.

 

Der Kreisvorsitzende Timo Steinhilper (Zweiter von links) ehrte Klaus Kluge, Katharina Steffen und Jochen Protzer (von links) für langjährige Parteimitgliedschaft.

Im letzten Wahljahr vor dem Ausbruch des Ersten Weltkrieges wurde der SPD-Ortsverein Illingen gegründet. Erstmals urkundlich erwähnt wurde der Verein am 20. Juli 1912. Dass sich um diese Zeit Sozialdemokraten in Illingen zusammenfanden, heißt es in einer Pressemitteilung, habe vermutlich daran gelegen, dass die Lebensumstände vieler unerträglich gewesen seien und nach Veränderung verlangten. Große Erfolge aber konnte die SPD erst einmal nicht feiern, zwei Weltkriege und die Verfolgung der Mitglieder durch die Nationalsozialisten machten dem einen Strich durch die Rechnung. Aber auch bei der Kreistagswahl 1953 erreichte die Illinger SPD nur bescheidene 6,5 Prozent. Wechselhafte Geschichte Das änderte sich jedoch: von 1994 bis 2002 stellte die SPD-Fraktion mit Jochen Protzer gar den Bürgermeister der Gemeinde. Heute sind mit Katharina Steffan, Klaus Kluge und Edgar Mantai drei Sozialdemokraten im Gemeinderat vertreten, die gemeinsam mit rund 120 geladenen Gästen am vergangenen Samstagabend in der Schützinger Festhalle etwas verspätet das 100-jährige Bestehen des Ortsvereins feierten. Weil Klaus Kluge, Vorsitzender der Illinger SPD, hartnäckig darauf gepocht hatte, dass der Landesvorsitzende Nils Schmid bei den Feierlichkeiten anwesend sein sollte, mussten diese aufs Frühjahr verschoben werden. Der Terminkalender des baden-württembergischen Finanzministers war schlicht zu voll gewesen. Dass nun eigentlich der 101. Geburtstag begangen wurde, tat den ausgelassenen Feierlichkeiten, zu denen unter anderen die Bundestagsabgeordnete Katja Mast, Illingens Bürgermeister Harald Eiberger, Kreistagsmitglied Thomas Knapp und der Kreisvorsitzende Timo Steinhilper gekommen waren, aber keinen Abbruch. „Ich glaube, wir sind beschlussfähig“, scherzte Klaus Kluge über das Kommen zahlreicher Gemeinderatsmitglieder. Die hatten ebenso wie die Vertreter der Vereine und Bürgermeister Eiberger Geschenke und Geldspenden mitgebracht. Darunter die SPD-Buchstaben als selbstgemachtes Hefebackwerk. Finanzminister Nils Schmid legte derweil in seiner Rede Wert auf die Betonung sozialdemokratischer Grundwerte. Freiheit, Gerechtigkeit und Solidarität seien die Klammer, die alles zusammenhalte und die SPD über eine so lange Zeit immer wieder voran getrieben habe, so Schmid. Die Ablehnung des Steuerabkommens mit der Schweiz, die Wiederabschaffung der Studiengebühren und das klare Bekenntnis zu einem Mindestlohn, zählte er als Erfolge der Landesregierung auf. Autor: Inga Läuter

 

Interview mit Klaus Kluge zu 100 Jahre SPD Illingen / Schützingen VKZ 27. April 2013 Der SPD-Ortsverein Illingen feiert heute in der Schützinger Festhalle sein 100-jähriges Bestehen. Die Vaihinger Kreiszeitung hat sich aus diesem Anlass mit dem Vereinsvorsitzenden und Fraktionsvorsitzenden im Gemeinderat Klaus Kluge unterhalten. Von Frank Elsässer 100 Jahre SPD in Illingen. Was bedeutet für Sie Sozialdemokratie, Herr Kluge? Die Sozialdemokratie ist meine politische Heimat. Ich bin mit 18 in die SPD eingetreten und habe mich an den Persönlichkeiten orientiert, die es damals in der SPD gab. Ich denke da an Politiker wie Willy Brandt, Helmut Schmidt oder Erhard Eppler. An welchen Politgrößen der SPD orientieren Sie sich heute? Es gibt diese prägnanten Persönlichkeiten nicht mehr. Die Zeit gibt das heute nicht mehr her. Das muss man nicht bejammern. Kanzlerkandidat Peer Steinbrück zum Beispiel, den ich in Conweiler erlebt habe, ist ein brillanter Redner, der gut ankommt und der auf Menschen zugehen kann. Gibt es dieses Jahr eine Wachablösung in Berlin? Ich hoffe es. Wenn man die Inhalte betrachtet, muss ein Sozialdemokrat sagen, dass es Zeit wird. Die Wahl wird nicht nur nach Inhalten, sondern auch nach dem jeweiligen Auftritt entschieden. Da hat sich bei Steinbrück einiges verbessert. Ist er der richtige Mann für den Kanzlerposten? Ich denke schon. Wenn er mal die Möglichkeit hat, sich darzustellen, merkt man, dass er authentisch ist. Reisen wir von Berlin nach Stuttgart. Wie zufrieden sind Sie mit der grün-roten Landesregierung? Im Prinzip sehr. Winfried Kretschmann gibt eine gute Figur ab. Er ist bloß in der falschen Partei. Es war sicher keine einfache Koalitionsbildung, aber die Ergebnisse sind gut. Das Umschwenken in der Schulpolitik – die mich besonders interessiert – war ein schwieriger Akt. Sie meinen den Ministerwechsel von Gabriele Warminski-Leitheußer zu Andreas Stoch. Genau. Die Bildungspolitik ist auch heute noch umstritten. Was passiert mit der Hauptschule, der Realschule, mit G8 und G9? Wichtig ist es, dass die Landesregierung hier eine klare Linie verfolgt. Das hat Stoch in der kurzen Zeit in den Griff bekommen. Von Stuttgart nach Illingen. Die SPD hatte es im ländlich geprägten Illingen nie leicht. Ist die Übermacht der CDU zu groß oder hat es andere Gründe? (lacht) Es liegt immer am Wähler. Der hat ja immer wieder die Gelegenheit, etwas zu verändern. Die Verteilung der Mandate im Gemeinderat sehe ich gar nicht so kritisch. In den Sachfragen können wir gut miteinander reden. Wir setzen uns zwar nicht immer durch, aber es ist nicht so, dass wir ausgeklammert sind. Es hat sich in der Vergangenheit gezeigt, dass wir Kompetenzen haben. Wo wir unsere Schwierigkeiten haben, ist das Thema Freiwilligkeitsleistungen seitens der Kommune. Doch in den Grundsatzfragen sind wir uns im Prinzip einig. Es gibt nicht so viele Dinge, die wir nicht umsetzen können, weil wir keine Mehrheit zusammenbekommen. Seit 2004 ist die SPD nur noch mit drei Personen im Gemeinderat vertreten. Ein großer Nachteil? Es wäre schon schön, wenn wir zu viert wären. Wir haben zwar unseren Stimmenanteil erhöht. Das Dumme ist nur, wenn einer so viele Stimmen hat, dass es für zwei reichen würde. Also liegt es nicht an der Qualität der infrage kommenden Personen, sondern an der ungünstigen Stimmenverteilung. Richtig, an den Personen liegt es nicht. Wir wären natürlich gerne fünf oder sechs Fraktionsmitglieder, doch wir brauchen nicht unbedingt mehr Stimmen, um etwas zu bewirken. Wie ist das Verhältnis der SPD-Fraktion zu den anderen Fraktionen im Gemeinderat? Es könnte nicht besser sein. Wir verstehen uns gut. Es geht ohnehin nicht um parteipolitisches Gerangel, sondern um die Sachfragen. Wenn wir uns mal streiten, dann nur, dass man sich auch mal gestritten hat. Wir haben nur das Problem, dass wir anschließend kein Bier mehr gemeinsam trinken können, weil es im Moment kein Lokal gibt. Und innerhalb der Fraktion? Da ist man sich auch nicht immer einig. Dafür ergänzen wir uns sehr gut, weil jeder sein persönliches Fachgebiet hat. Gibt es einen Fraktionszwang? Das habe ich in meiner Anfangszeit einmal probiert und mir sehr schnell wieder abgewöhnt, nachdem mir gesagt wurde, dass es so etwas in unserer Fraktion nicht gibt. Ihr Verhältnis zu Bürgermeister Harald Eiberger ist unterdessen nicht gerade das Beste. Nach außen hin: ja. Mit den letzten Bürgermeisterwahlen, als ich auch kandidiert habe, hat das übrigens nichts zu tun. Das wird mir immer wieder vorgeworfen. Ich kann mit ihm über manche Dinge streiten und bin ein impulsiver Mensch. Wenn mir etwas gegen den Strich läuft, sage ich das auch. Vieles, das er tut, gefällt mir nicht. Was werfen Sie ihm vor? Fehlende Kommunikation und das fehlende Einbinden von Menschen in die Kommunalpolitik. Ich werfe ihm vor, dass er nicht auf die Menschen zugeht. Ein Bürgermeister hat eine Vorbildfunktion. Er ist der oberste Mediator in der Gemeinde, wenn sich Gruppen nicht verstehen. Dann ist er eigentlich gefordert. Dieser Aufgabe kommt er aus meiner Sicht nicht in ausreichendem Maße nach. Sie haben ihm in der jüngsten Gemeinderatssitzung öffentlich schlechten Stil vorgeworfen. Ja. In einer Broschüre, die vor kurzem an die Haushalte verteilt wurde, hat er demokratische Entscheidungen des Gemeinderats kommentiert. Das macht er immer wieder auch im Mitteilungsblatt der Gemeinde. Das ärgert mich. Wir wägen vor Entscheidungen sorgfältig ab und möchten, dass unser Bürgermeister als Vorsitzender dieses Votum akzeptiert. Wenn er das nicht tut, stört mich das und dann sage ich es ihm. Fachlich werfen Sie ihm nichts vor? Nein. Herr Eiberger hat sicherlich manches in Illingen auf den Weg gebracht. Manchmal erntet man eben auch Dinge, die man nicht gesät hat. Das ist in Ordnung. Die Stelle des Bürgermeisters wurde jetzt ausgeschrieben, im Sommer wird gewählt. Harald Eiberger hat angekündigt, wieder antreten zu wollen. Wird die SPD einen Gegenkandidaten präsentieren? Wir haben keine Anzeige geschaltet. Werden Sie auf die Suche gehen? Wir werden uns zweifellos innerhalb der SPD umschauen, ob es einen geeigneten Bewerber gibt. Eine Bürgermeisterwahl braucht mehrere Kandidaten. Für Sie selbst ist das Thema abgehakt? Durchaus. (lacht) Ich riskiere deshalb nicht meine Familie. Ich bin fast 60 Jahre alt und gehe demnächst in die Ruhephase der Altersteilzeit. Welche Erfolge hat die SPD in Illingen zu verzeichnen? Der größte Erfolg ist die Konstanz. Die Leute, die im Ort die SPD vertreten, sind anerkannt. Wir sind geradlinig und haben unseren Stimmenanteil immer ausgebaut, auch wenn es nur minimal war. Die Bereiche Sozialpolitik und Bildung werden uns zugeordnet. Was haben Sie sich für die Zukunft auf die Fahnen geschrieben? Wir müssen nach außen zeigen, dass Illingen eine familienfreundliche Kommune ist. Da haben wir als SPD stark mitgewirkt, können insgesamt aber noch mehr machen. Wir haben zum Beispiel dazu beigetragen, die Spielplatzsituation zu verändern: Weg von vielen einzelnen, hin zu einem zentralen Spielplatz in der Talaue. Stichwort Kindertagesstätten. Da wäre es mit am liebsten gewesen, eine im Luig-Areal zu bauen. Doch die Gemeinde ist auf den Erlös aus den Grundstücksverkäufen angewiesen. Nachdem der Kindergarten in der Ensinger Straße wegen baulicher Mängel nicht mehr besucht werden kann, hat die Verwaltung einen Neubau neben der Schule vorgeschlagen. Warum wird dieser Vorschlag nicht vom Gemeinderat akzeptiert? Wir haben intensiv und unter Beteiligung der Bürger ein Kindergartenkonzept entwickelt. Dieses Konzept kam ins Wanken durch die Schließung des Kindergartens in der Ensinger Straße. Wenn ein großer Bestandteil eines Konzepts wegbricht, muss die Frage erlaubt sein, ob das Konzept noch stimmig ist. Deshalb wollten wir, das alle Möglichkeiten geprüft werden, die infrage kommen und haben um ein erneutes Gesamtkonzept gebeten. Das haben wir durchgesetzt. Das werden wir bald vorgestellt bekommen und dann entscheiden. Wo sehen Sie die Zukunft der SPD in Illingen? Sie soll in der Gemeinde eine feste Größe bleiben und präsent sein. Nächstes Jahr sind Kommunalwahlen. Werden Sie nochmals antreten? Selbstverständlich. Ich habe Spaß an der Sache und habe es auch schon mit der Familie abgesprochen.

 

Pforzheimer Zeitung 27. April 2013

SPD feiert 100 Jahre Sozialdemokratie in Illingen und Schützingen In das Jahr der Reichstagswahl zum 13. Deutschen Reichstag. es war die letzte Wahl des Reichstags vor dem Ersten Weltkrieg, ist die Geburtsstunde der SPD in Illingen gefallen. Doch bereits vor der ersten urkundlichen Erwähnung am 20. Juli 1912 muss der Verein bestanden haben, denn im Enz-Boten erscheint am 5. Juli 1912 eine Anzeige über das 1. Stiftungsfest des Arbeiter-Vereins-Illingen. Mit der Firma Stahlbau Luig gab es einen Industriebetrieb am Ort und als nach dem Ende des Ersten Weltkriegs das revolutionäre Chaos drohte, ließ sich der damalige SPD-Vorsitzende, Ludwig Rühle, zu dem Satz hinreißen, man müsse leider konstatieren, dass „Illingen dem Ruin entgegengehe“. Er wurde aufs Rathaus zitiert und musste sich öffentlich entschuldigen und eine Buße von 50 Mark entrichten. Das ist eines der historischen Schlaglichter, das der Ortsverein anlässlich seines 100-jährigen Bestehens zusammengetragen hat. Keine Stimmen zu holen In einem nach wie vor stark bäuerlich-konservativ geprägten Illingen konnte die Partei in den Anfangsjahren keinen Zuspruch gewinnen. Bei der Landtagswahl im Jahr 1928 errang sie 10,4 Prozent der Stimmen, 1930 bei der Reichstagswahl 8,5 Prozent. Im Buch „Illingen – Diktatur auf dem Dorf“ von Karl J. Mayer stehen dazu und zu den Folgejahren diese Auszüge: „Pfarrer Dieterle hielt das Ergebnis der Reichs- und Landtagswahl vom Mai 1928 fest: Bauern-Weingärtnerbund in Illingen – 244 von 528 gültigen Stimmen etwa 46 Prozent, die NSDAP 13 Prozent, die SPD 10,4 Prozent und die KPD 4,3 Prozent. Auf Bezirksebene hatte die SPD allerdings 33 Prozent, verblüffend ist, dass die NSDAP da nur 1,8 Prozent erhielt und auf Landesebene 1,9 Prozent. Es gibt keine Erwähnung mehr der SPD in Illingen mit Ausnahme des Otto R. aus Mühlacker, der seit 1925 SPD- Mitglied und bis 1948 bei der Firma Luig beschäftigt war, auch als Lehrlingsausbilder. Otto R. hat laut Überlieferung bei der Volksabstimmung zweimal mit „Nein“ gestimmt. In der NS-Zeit von 1933 bis 1945 wurden die SPD-Mitglieder verfolgt und viele bereits 1933 in Konzentrationslager verschleppt.“ Magere Jahre Die erste Erwähnung der SPD in Illingen findet sich erst wieder bei der Kreistagswahl 1953. Mit dem Rektor Kurt Kienzle als „Spitzenkandidat“ bekam die Illinger SPD nur 6,5 Prozent. 1961 haben Kurt Dippon, Gerd Bellenbaum, Tilo Förster, Helmut Steffan, Werner Müller, Helmut Pfeiffer, Gerd Rauser und Jahn Rachner immer wieder versucht, über die Liste der „Allgemeinen Wählervereinigung“, ein Mandat im Illinger Gemeinderat zu erringen, wie der Ortsverein in seiner Chronik schreibt. Dippon hat allerdings damals als einziger SPD’ler den Sprung ins Gremium geschafft. Er war von 1961 bis 1980 Mitglied im Illinger Gemeinderat. Dippon war von 1965 bis 1972 Kreisverordneter des Landkreises Vaihingen, von 1972 bis 1973 Mitglied des vorläufigen Kreistags des Enzkreises und danach gehörte er von 1973 bis 1989 dem Kreistag des Enzkreises an. Jugendgruppe wieder aufgelöst Auf Initiative von Gerd Bellenbaum wurde im November 1976 eine Gruppe der Jugendorganisation der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands (Juso) gebildet, der Gerd Ensinger als Sprecher vorstand. Die Gruppe wurde 1978 wieder aufgelöst und in den Ortsverein eingegliedert. Eine der ersten Aktivität der Jusos war das Einfordern eines Schulwegleitplanes, sowie das Aufstellen einer Fernsprechzelle im Bereich Hofäcker. 1979 beschließt der Ortsverein bei der anstehenden Gemeinderatswahl, zum ersten Mal mit einer SPD- Liste teilzunehmen. Erstmals zog im Jahr 1980 die Illinger SPD als Fraktion mit den Gemeinderäten Brigitte Grausam und Gerd Bellenbaum ins Gremium ein. Bei der Gemeinderatswahl 1984 zogen dann bereits vier SPD-Gemeinderäte in das Gremium ein. Besonderes Augenmerk richtete die Illinger SPD auf Umwelt- und Naturschutz. Dazu gehörte das maßgeblich von der Illinger SPD angeregte Radwegkonzept oder die Überprüfung der örtlichen Trinkwasserqualität, der Bau einer Sporthalle beim Schulzentrum, die Ortskernsanierung sowie ein schonender Ausbau der Bahn-Neubaustrecke, wie der Ortsverein anmerkt. Protzer als Stimmenkönig Bei den Gemeinderatswahlen 1989 erreichte die SPD 21,6 Prozent. Bei der Wahl im Jahr 1994 konnten wieder vier SPD-Kandidaten in den Gemeinderat einziehen. Als mit den Gemeinderatswahlen 1994 auch die Kreistagswahl anstand, errang Bürgermeister Jochen Protzer im Wahlkreis II mit 5217 die meisten Stimmen aller Kandidaten. Jochen Protzer ist bis heute Fraktionsvorsitzender der SPD im Enzkreis-Kreistag. Dass für den SPD Ortsverein Illingen die Sacharbeit im Vordergrund stand und steht und nicht die Parteiarbeit, hatte er schon bei der Kandidatenaufstellung verdeutlicht: Auf der SPD-Liste waren nicht nur die meisten Frauen, sondern auch Nicht-Parteimitglieder. Die SPD brachte 2001 im Illinger Gemeinderat den Antrag ein, mit der italienischen Kommune Castelnovo ne’ Monti eine Partnerschaft einzugehen. Vorsitzender Heinz-Erich Wilfert kandidierte 2002 nach vier Jahren Amtszeit nicht mehr. Seitdem führt Klaus-Rüdiger Kluge den Ortsverein. Bei der Gemeinderatswahl von 2009 wurden alle drei SPD-Räte wiedergewählt und der Anteil an den Wählerstimmen stieg von 15,8 auf 18 Prozent, also ein Zuwachs von 2,2 Prozent für die SPD in Illingen und Schützingen entgegen dem bundesweiten Trend. Momentan besteht die SPD-Fraktion im Illinger Gemeinderat aus Katharina Steffan, Edgar Mantai und Klaus Kluge. Autor: pm

 

Illinger SPD erinnert an ihre Geschichte

Ortsverein feiert heute Abend sein 100-jähriges Bestehen – Von schwierigen Anfängen und Verfolgungen bis zur politischen Größe Von Frank Goertz Erstellt: 27. April 2013 Die Festansprache hält der Landesvorsitzende und stellvertretende Ministerpräsident Dr. Nils Schmid. In moderierten Gesprächsrunden wollen die Sozialdemokraten außerdem an ihre wechselvolle Geschichte erinnern. Illingen. Die Geburtsstunde der Illinger Sozialdemokratie fiel in das Jahr der Wahl zum 13. Deutschen Reichstag 1912 –

 

Unsere Frau in Berlin: Katja Mast

 

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