SPD Illingen / Schützingen

 

Geschichte in Schlagworten

Erste Hälfte 19. Jahrhundert
Beginn der Industrialisierung, krasse soziale Gegensätze, unsägliche Not der Unterschicht, totale Abhängigkeit der Fabrikarbeiter von den Besitzenden, rasch steigender Wohlstand einer kleinen Schicht. Industrielle Revolution, Übergang von Handwerk zu Industrieproduktion lässt Proletariat entstehen. Viele werden ihrer angestammten Existenzgrundlage beraubt, Zuzug in die Städte mit der Hoffnung auf Arbeit wird ein Zug in neues Elend. Arbeitszeiten bis zu 14 oder gar 17 Stunden, selbst sonntags, inhumane Arbeitsbedingungen, Kinderarbeit von zehn und mehr Stunden, keinerlei soziale Absicherung für Krankheit oder Invalidität.

1848 Märzrevolution in Deutschland. Forderungen: Parlament, Versammlungsfreiheit, Pressefreiheit, Frankfurter Paulskirche (18.5.1848) ist mehr Revolution der Bürgerlichengegen den Absolutismus. Nur von kurzer Dauer, Fürsten erobern die Macht zurück, erreichte Errungenschaften werden abgebaut. Arbeiterbewegung erwacht, hat es aber schwer sich zu organisieren. Erste überregionale Organisation der Arbeiterbewegung entsteht 1848: Die „Allgemeine Deutsche Arbeiterverbrüderung“. Karl Marx und Friedrich Engels entwerfen im Winter 1847/48 in Brüssel das „Kommunistische Manifest“ (veröffentlicht im Februar 1848)

1863 Ferdinand Lasalle gründet am 23. Mai 1863 den „Allgemeinen Deutschen Arbeiterverein“ (ADAV). Dieser Tag gilt als Geburtstag der deutschen Sozialdemokratie. Die Lassalleaner wollen das demokratische Erbe der gescheiterten 48-Revolution antreten.
Ihr Motto: Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit.

1869 Fünf Jahre nach Lassalles Tod - im August 1869 - gründen August Bebel und Wilhelm
Liebknecht die „Sozialdemokratische Arbeiterpartei“ (SDAP) in Eisenach. Ihr organisatorischer Schwerpunkt liegt im industrialisierten Sachsen, während der ADAV seine Schwerpunkte in Preußen und Bayern hat.

1870/71 Widerstand gegen den Deutsch-Französischen Krieg, Ablehnung von Kriegskrediten und der Annexion von Elsass-Lothringen bringen Bebel und Liebknecht wegen Hochverrat 2 Jahre Festungshaft ein.

1875 Zusammenschluss von ADAV und SDAP auf dem Einigungsparteitag vom22. bis 27. Mai 1875 in Gotha. Trotz behördlicher Schikanen wächst die Zahl der Mitglieder.

1876 wird die Parteizeitung „Vorwärts“ gegründet. Bei der Reichstagswahl 1877 erhält die „Sozialistische Arbeiterpartei“ 9,1% der Stimmen und damit 12 Sitze.

1878 Zwei Attentate auf Kaiser Wilhelm 1. - mit denen Sozialdemokraten nichts zu tun hatten - liefern Bismarck den Vorwand, lange geplante gesetzgeberische Repressalien gegen die Sozialdemokraten durchzusetzen. Am 21. Oktober 1878 tritt das „Gesetz gegen die gemeingefährlichen Bestrebungen der Sozialdemokratie“ in Kraft, wurde dann mehrfach verlängert und blieb insgesamt 12 Jahre lang in Kraft. Hunderte von Sozialdemokraten wurden verhaftet und zu Gefängnisstrafen verurteilt, fast 1.000 Funktionäre aus ihren Wohnungen ausgewiesen und viele ins Exil gezwungen.

1881 So sehr das Sozialistengesetz die Partei auch behindert - der Aufstieg ist dadurch nicht aufzuhalten: Von 1881 bis 1890 nehmen die Stimmen für sozialdemokratische Kandidaten von 312.000 auf 1,4 Mio. zu, fast 20%. Damit erhalten die Sozialdemokraten zwar die meisten Wählerstimmen, auf Grund der Einteilung der Wahlkreise aber nur 35 Sitze. Um das Gesetz zu unterlaufen entstehen nun auch zahlreiche Tarnorganisationen: Sport-, Gesangs- und Geselligkeitsvereine halten die Mitglieder zusammen. Der Staat wird noch mehr als Unterdrückungsinstrument der herrschenden Klasse empfunden, die Mitglieder wenden sich mehr den Lehren von Marx und Engels zu.

1890 Der Reichstag lehnt eine weitere Verlängerung der Sozialistengesetze ab. Der Erfolg der Sozialdemokraten bei der Reichstagswahl 1890 zeigt: Was Bismarck mit den Gesetzen geplant hatte, ist gründlich daneben gegangen. Auch seine Sozialgesetzgebung 1883 das Krankenversicherungsgesetz, 1884 die Unfallversicherung und 1889 die Rentenversicherung - konnte die Masse der Arbeiter nicht ködern. Auch wenn sich die Partei während der Zeit der Sozialistengesetze stärker den Lehren von Marx und Engels zugewandt hatte, eine Partei der Revolution wurde sie nicht. In Halle gibt sie sich 1890 ein neues Organisationsstatut und nimmt ihren endgültigen Namen an: Sozialdemokratische Partei Deutschlands (SPD)

1891 Nach dem Fall der Sozialistengesetze steht die SPD stärker da als je zuvor. Auf dem Parteitag von Erfurt (Oktober 1891) gibt sie sich ein neues Programm, das bis 1921 gelten wird. Schwerpunkte der Politik sind der Kampf um ein demokratisches Wahlrecht und die Verbesserung der sozialen Lage der Arbeiterschaft. Deutschland wandelt sich in dieser Zeit endgültig vom Agrar- zu einem Industriestaat. Industrielle Zentren in Rhein und Ruhr, in Sachsen und Berlin prägen das Gesicht der neuen
Wirtschaftsmacht. Die Eisenbahnstrecken werden von 6.000 km (1850) auf 52.000 km im Jahr 1900 ausgebaut, die Zahl der Industriearbeiter verdoppelt sich von 1887 bis 1914. Da das verdiente Geld in Arbeiterfamilien gerade zu Leben, aber - trotz Mitarbeit von Frauen und Kindern - nicht für ein menschenwürdiges Dasein ausreicht und der Herr-im-Hause-Standpunkt der Unternehmer noch weit verbreitet ist, schließen sich immer mehr Menschen der SPD an, die 1913 knapp 1 Mio. Mitglieder
zählt.

1912 stellt die SPD mit 110 Abgeordneten die größte Fraktion im Reichstag, wird aber wegen des ungünstigen Wahlrechts stark benachteiligt (Preußisches Dreiklassenwahlrecht)

1914  Am 25. Juli 1914 warnt die SPD im Vorwärts: Gefahr im Verzug. Der Weltkrieg droht“. Doch die Kriegsbegeisterung überrollt die Friedensbemühungen. Am 1. August 1914 unterzeichnet der Kaiser die Mobilmachungsorder. Als der Aufmarsch der Heere an den verschiedenen Fronten in vollem Gange ist, stimmt auch die SPD - Fraktion im Reichstag für eine Bewilligung der ersten Kriegskredite. Die Vertreter der SPD knüpfen ihre Zustimmung allerdings an Voraussetzungen: Man erwartet die Besonnenheit, den Verteidigungs- und Volkskrieg (die Mehrheit der SPD ist für eine Landesverteidigung) nicht in einen Eroberungskrieg zu verwandeln. Dass die Geschichte anders verlaufen ist, ist ja hinlänglich bekannt. Der Verlauf des Krieges trägt 1916 zur Spaltung der SPD bei. (in USPD und MSPD)

1918 Nach dem Ende des Krieges prägen politische und wirtschaftliche Krisen die folgende Zeit. In der Nacht vom 7. auf 8. November 1918 proklamiert in München Kurt Eisner im Namen der USPD die Republik. Er wird im Februar 1919 ermordet. In Berlin verkündet am 9. November 1918 Phillip Scheidemann von einem Fenster des Reichstags aus die „Deutsche Republik“. Karl Liebknecht, Führer der Spartakus- Gruppe ruft die „Sozialistische Republik“ aus. Prinz Max von Baden, der letzte kaiserliche
Reichskanzler, verkündet die Abdankung des Kaisers und übergibt Friedrich Ebert sein Amt. MSPD und USPD bilden eine paritätisch besetzte Regierung, die allerdings schon Ende 1918 wieder zerbricht.

1919 Am 19. Januar 1919 finden die Wahlen zur verfassunggebenden Deutschen Nationalversammlung statt. In der kurzen Zeitspanne zwischen Revolution und Weimarer Republik setzten die Sozialdemokraten viele Reformen durch: Das allgemeine Wahlrecht für Männer und Frauen für alle Parlamente, den achtstündigen Normalarbeitstag, Arbeitsschutzbestimmungen, Verordnungen über Tarifverträge, Koalitionsrechte und Erwerbslosenfürsorge.
Die Wahlen zur Nationalversammlung bringen ein gutes Ergebnis: 11,5 Mio. Stimmen für die SPD, 2,3 Mio. für die USPD. Friedrich Ebert wird das erste parlamentarisch gewählte Staatsoberhaupt Deutschlands. Er ist im Amt, bis er am 28.2.1925 stirbt. Die SPD ist bis 1924 an der Regierung beteiligt.
Staatspartei. Ein Jahr später überwindet die Sozialdemokratie ihre Spaltung.

1922 Im September 1922 schließt sich der Rest der vorher auseinandergebrochenen USPD der Mutterpartei an.

1925 gibt sich die SPD auf ihrem Heidelberger Parteitag ein neues Grundsatzprogramm.

1928 Die SPD bildet nach ihrem Sieg bei den Reichstagswahlen nochmals die Regierung.
Das Ende des letzten parlamentarisch regierenden Reichskabinetts kommt 1930. Es folgt ein Regieren mit Notverordnungen, das Parlament ist weitgehend ausgeschaltet.

1930 In der Weimarer Republik herrschen Willkür und Chaos. Die NSDAP erhält bei der Reichstagswahl 1930 18,3% der Stimmen. Der permanente Terror der nationalsozialistischen Kampfgruppen untergräbt den Rechtsstaat. Ohne parlamentarische Legitimation setzt der Reichskanzler Papen die preußische Regierung unter Otto Braun (SPD) ab. Danach ist der Siegeszug der Nationalsozialisten nicht mehr aufzuhalten.
Am 30. Januar 1933 ernennt Reichspräsident Hindenburg Adolf Hitler zum Reichskanzler.

1933 Nach dem Reichstagsbrand (27.2.1933) werden wichtige Verfassungsrechte außer Kraft gesetzt, als das „Ermächtigungsgesetz zur Abstimmung steht, stimmen allein 94 sozialdemokratische Abgeordnete in namentlicher Abstimmung dagegen. Am 22. Juni 1933 verbietet Innenminister Frick die Tätigkeit der Sozialdemokratie im Reich. Verfolgung, Verhaftung und Ermordung sind das Schicksal vieler tausender
Sozialdemokraten. Widerstand gegen das Regime kann nur aus dem Untergrund oder aus dem Exil geleistet werden. Der Exilvorstand der SPD flieht zunächst nach Prag, Spanien, Portugal, Amerika und England sind weitere Stationen.

1945 SPD Wiedergründung nach dem 2. Weltkrieg 

10. April 1945 Hannover wurde von den alliierten Truppen eingenommen.

19. April 1945 erste Zusammenkunft von Sozialdemokraten mit Kurt Schumacher, die beschlossen, die Partei wieder aufzubauen

06. Mai 1945 Wiedergründung des SPD-Ortsvereins Hannover.

Die Reaktivierung der vorhandenen Mitglieder setzte unmittelbar nach dem Zusammenbruch ein, ohne die erst Monate später erteilte Erlaubnis der Militärregierungen zur Bildung von Parteien abzuwarten.
Im Oktober 1945 war das organisatorische Gefüge der SPD in großen Teilen wieder hergestellt, vor allem in den Großstädten. Der Neubeginn wurde mancherorts so schnell vollzogen, dass z. B. einem im Juli in seine hessische Heimatstadt zurückkehrenden sozialdemokratischen Funktionär mitgeteilt wurde, er käme leider zu spät, alle Positionen seien bereits besetzt. Mitgliedschaft und Funktionäre setzten sich vor allem aus Sozialdemokraten zusammen, die sich auch durch die Grausamkeiten des Nationalsozialismus,
des Krieges und den Zusammenbruchs eine innere Bindung an die Idee bewahrt haften. Am 30. September 1946 zählte die SPD in den drei Westzonen und Berlin 633.244 Mitglieder und gewann bis zum Jahresende weitere 70.000 hinzu. Damit war der Mitgliederstand von 1931 um 18% übertroffen. Der Partei war es auch gelungen, ihr Organisationsnetz weit über den Stand der Weimarer Zeit hinaus auszubauen. Ende 1946 bestanden in den Westzonen über 8.000 Ortsvereine, fast 3.000 mehr als 1931. Noch vor dem ersten Parteitag waren die Entscheidungen über die personelle Besetzung der Spitze gefallen: Hans Vogel und Erich Ollenhauer, noch lebende Mitglieder des letzten Vorstandes vor dem Verbot 1933, erklärten sich bereit, ihr Mandat in der wieder legal arbeitenden Partei weiter zu führen.
Mitte Juni 1945 meldete der in Berlin gebildete „Zentralausschuss der SPD“ unter Vorsitz von
Otto Grotewohl Führungsansprüche an. Sein erster Aufruf schoss mit der Willenserklärung, „den Kampf um die Neugestaltung auf dem Boden der organisatorischen Einheit der deutschen Arbeiterklasse (zu) führen, wobei in diesem Aufruf auch eine Proklamation des Zentralkomitees der Kommunistischen Partei Deutschlands „aufs wärmste“ begrüßt worden war.
Schumacher hatte dagegen schon im Mai 1945 der Zusammenarbeit mit den Kommunisten eine klare Absage erteilt. Als Grund dafür hatte er die Gebundenheit der Kommunisten an Russland angeführt und betont, Sozialdemokraten müßten es ablehnen, „das autokratisch gehandhabte Instrument irgendeines fremden imperialen Interesses“ zu werden. Trotzdem vorkommende punktuelle Zusammenarbeit mit Kommunisten wurden meist rasch und ohne größere innerparteiliche Konflikte eingestellt. Die Behandlung von Sozialdemokraten in der sowjetisch besetzten Zone und Erkennen der Unvermeidbarkeit ihrer Gleichschaltung hatten entsprechende Hoffnungen zerstört.
Der eigentliche Kampf ging um Berlin. Es zeichnete sich dort ab, dass die Kommunisten eine völlige Verschmelzung der beiden Parteien vor hatten, durch eine Einheitspartei also die SPD liquidieren wollten. Dieser Kampf, der auch eine Konfrontation zwischen Schumacher und Grotewohl war, wurde im März 1946 durch eine Urabstimmung entschieden. Über 82% der Sozialdemokraten in den drei Westsektoren - im Ostsektor war die Abstimmung verboten worden - stimmten gegen einen Zusammenschluss.

1946 Am 7. April 1946 wurde die SPD Groß-Berlins neu konstituiert. 14 Tage später trat im Admiralspalast Im Ostsektor der „Vereinigungsparteitag“ zusammen, auf dem die „Sozialistische Einheitspartei Deutschlands SED“ gegründet wurde.
Die SPD hatte im Osten aufgehört zu existieren. Nur in Ostberlin hielt sich die SPD unter dem Schutz des Viermächtestatus bis zum Mauerbau 1961.
Am 9. Mai 1946 trafen sich dann die Delegierten aus den drei Westzonen und aus Berlin zum
Parteitag in Hannover und wählten Kurt Schumacher einstimmig zum neuen Vorsitzenden.

1949 Am 23. Mai 1949 tritt das Grundgesetz in Kraft, die Bundesrepublik Deutschland ist entstanden. Im selben Jahr erfolgt auch die Gründung der DDR. Bei der Wahl zum ersten Bundestag erhielt die SPD 29,2%, die CDU/CSU 31%, die FDP 11,9% und die KPD 5,6 % der Stimmen. Die SPD war bis 1966 in der Opposition.

1952 Nach dem Tod von Kurt Schumacher wird Erich Ollenhauer zum Vorsitzenden der SPD gewählt.

1959 Die SPD verabschiedet auf einem Parteitag das „Godesberger Programm“. Darin öffnet sich die SPD und wird zur Volkspartei. Die Grundsätze: Bekenntnis zur parlamentarischen Demokratie, Abgrenzung gegenüber dem Kommunismus, Schutz und Freiheitsrechte des einzelnen Bürgers, Streben nach sozialer Gerechtigkeit, Solidarität gegenüber den Schwachen und Förderung von Wissenschaft und Bildung.

1964 Willy Brandt wird Nachfolger von Erich Ollenhauer als Parteivorsitzender.

1966 Ende 1966 verliert die Regierung Erhard nach dem Auszug de FDP aus der Koalition die Mehrheit. Die SPD bildet mit der CDU/CSU eine Regierung der Großen Koalition. Bundeskanzler wird Kurt-Georg Kiesinger (bisher Ministerpräsident in Baden - Württemberg), Außenminister wird Willy Brandt, Gustav Heinemann wird Justizminister.

1969 Im Frühsommer 1969 wählt eine Koalition aus SPD und FDP Gustav Heinmann zum Bundespräsidenten. Bei der Bundestagswahl am 28. September erreichen SPD und FDP zusammen 48,5 % der Stimmen und bilden eine Koalition. Willy Brandt wird Bundeskanzler. Unter seiner Kanzlerschaft wird das Wort „Ostpolitik“ über die Grenzen Deutschlands hinaus ein Begriff für den Versuch, Entspannung und Normalisierung zwischen Ost und West durchzusetzen.

1971 erhält Willy Brandt für diese Politik den Friedensnobelpreis.

1972 CDU/CSU, die sich nie mit der Ostpolitik anfreunden konnten, versuchen, durch einkonstruktives Misstrauensvotum Willy Brandt zu stürzen und Rainer Barzel zum Kanzler zu wählen. Der Versuch scheitert, aber die Mehrheit der Koalition ist dünn geworden. Die Parteien einigen sich auf vorgezogene Bundestagswahlen. Am 19.11. wird gewählt und die SPD erreicht mit 45,8 % ihr bestes Ergebnis und wird
stärkste Fraktion.

1974 Willy Brandt tritt am 6. Mai in Folge der Guillome-Affäre als Bundeskanzler zurück. Sein Nachfolger wird Helmut Schmidt.

1980 SPD und FDP können bei der Bundestagswahl nochmals die Mehrheit erreichen, aber es zeigt sich, dass die Gemeinsamkeiten dünner werden.

1982 Im Herbst 1982 kann Helmut Kohl die FDP zu sich herüber ziehen und wird am 1.10. durch ein konstruktives Misstrauensvotum zum Kanzler gewählt. Die SPD geht in die Opposition.

1983 Bei der Bundestagswahl wird die Koalition aus CDU und FDP bestätigt. Ein Sieg für die SPD ist so kurz nach der Wende nicht herauszuholen, zumal mit den Grünen eine weitere Partei antritt, die vor allem der SPD Wähler abzieht. Kanzlerkandidat ist Hans-Jochen Vogel.

1987 Die SPD verliert bei der Bundestagswahl (Kanzlerkandidat Johannes Rau) 1,2%. Am 23.3.tritt Willy Brandt vom Amt des Vorsitzenden der SPD zurück. Zu seinem Nachfolger wird Hans-Jochen Vogel gewählt.

1988 Der SPD Parteitag beschließt die „Quote": Bis 1998 sollen alle Ämter und Mandate, die von der SPD vergeben werden, zu 40% von Frauen besetzt sein.

1989 Am 9.11. öffnen sich die Grenzübergänge zur DDR. Die SPD beschließt in Berlin ein neues Grundsatzprogramm, an dem fünf Jahre lang gearbeitet wurde.

1990 3. Oktober, Vereinigung Deutschlands durch den Beitritt der DDR zur Bundesrepublik.
Bei der ersten gesamtdeutschen Bundestagswahl erhält die SPD (Kanzlerkandidat Oskar Lafontaine) 33,5 % der Stimmen.

1991 Rudolf Scharping wird zum Ministerpräsidenten in Rheinland-Pfalz gewählt, die SPD erhält damit die Mehrheit im Bundesrat. Björn Engholm wird zum Vorsitzenden der SPD gewählt.

1993 Rudolf Scharping wird nach einer Mitgliederbefragung zum Parteivorsitzenden gewählt.

1994 Bei der Bundestagswahl erhält die SPD (Kanzlerkandidat Rudolf Scharping) 36,4%.

1995 Auf dem Bundesparteitag in Mannheim tritt Oskar Lafontaine gegen Rudolf Scharping an und wird zum Parteivorsitzenden gewählt.

1998 Nach dem Wahlsieg bei der Landtagswahl in Niedersachsen wird Gerhard Schröder zum Kanzlerkandidaten gewählt. Die folgende Bundestagswahl gewinnt die SPD mit 40,9% der Stimmen die Bundestagswahl. Gerhard Schröder wird von einer Koalition aus SPD und Bündnis 90/die Grünen zum 3. Bundeskanzler der SPD gewählt. Oskar Lafontaine wird Finanzminister.

1999 Oskar Lafontaine tritt von seinem Amt als Finanzminister zurück und legt auch den Vorsitz in der SPD nieder. Sein Nachfolger als Parteivorsitzender wird Bundeskanzler Schröder.

2002 Ein äußerst harter Wahlkampf führt zu einem äußerst knappen Ergebnis: Sowohl SPD als auch CDU/CSU erreichen je 38,5 % der Stimmen, wobei die SPD insgesamt bundesweit ca. 6.000 Stimmen Vorsprung hat. Die SPD ist somit weiterhin stärkste Fraktion, die Koalition mit Bündnis 90/Die Grünen wird fortgesetzt, Gerhard Schröder wird wieder zum Bundeskanzler gewählt.

2003 Auf einem Sonderparteitag beschließt die SPD die „Agenda 2010“, mit der ein sozial verträglicher Umbau des Sozialstaats eingeleitet wird.  Schröders Hinwendung zu einer tendenziell wirtschaftsliberalen Politik im Verbund mit der britischen Labour-Regierung unter Tony Blair , insbesondere die Agenda 2010, stieß bei den Wählern und eigenen Anhängern auf immer weniger Zustimmung.

2005 Abspaltung eines Teils des gewerkschaftsnahen linken Flügels in der WASG führte. Die von der Regierung selbst eingeleiteten Neuwahlen hatten im Herbst 2005 erneut eine große Koalition aus CDU/CSU und SPD zum Ergebnis.

2007 beschließt die SPD unter Führung von Kurt Beck ein neues Grundsatzprogramm, das Hamburger Programm.

2009 Bei der Bundestagswahl 2009 wurde deutlich, dass sich der Trend der Wählerabwanderung fortgesetzt hatte. Die SPD erhielt mit 23 % – damit einem erdrutschartigen Verlust von 11 Prozentpunkten gegenüber der Wahl vier Jahre zuvor – ihr schlechtestes Ergebnis auf Bundesebene seit Bestehen der Bundesrepublik und musste nach 11 Jahren Regierung bzw. Regierungsbeteiligung wieder auf die Oppositionsbank wechseln. Ein bedeutender Teil ihrer vormaligen Wähler war zur erstarkten Partei Die Linke oder ins Lager der Nichtwähler abgewandert.

Mit dem neu gewählten Vorsitzenden, Sigmar Gabriel, beginnt ein neues Kapitel sozialdemokratischer Politik in der Opposition.

2011  Die SPD setzt sich für mehr Demokratie in der Gesellschaft ein – und fängt bei sich selbst an. Die Parteireform gibt der Basis mehr Macht. Bürgerinnen und Bürger schreiben über den "Bürger-Dialog" am Wahlkampfprogramm mit. Damit nähert sich die SPD ihrem Ziel, "die modernste Partei Europas" zu werden. 

"Die Politik steigt vom Sockel und kommt auf Augenhöhe mit denjenigen, die sie für ihre Positionen begeistern möchte: die Bürgerinnen und Bürger." So beschreibt SPD-Generalsekretärin Andrea Nahles eines der Kernprojekte in Vorbereitung auf das Wahljahr 2013: den Bürger-Dialog. 

2013  Enttäuschung am Abend der Bundestagswahl
Bei der Bundestagswahl am 22. September 2013 kommt die SPD mit ihrem Kanzlerkandidaten Peer Steinbrück nur auf enttäuschende 25,7 Prozent. Auf CDU und CDU entfallen 41,5  Prozent. Die FDP ist im neuen Bundestag nicht mehr vertreten. Auch die eurokritische "Alternative für Deutschland" scheitert knapp an der Fünfprozenthürde.

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat zwar einen großen persönlichen Erfolg erzielt, muss aber einen neuen Koalitionspartner finden. Die Grünen wechseln ihre Führung aus und lehnen Verhandlungen ab. Die SPD formuliert auf einem Konvent Bedingungen für einen Eintritt in eine Große Koalition. Sie legt sich darauf fest, über einen möglichen Koalitionsvertrag ein Mitgliedervotum abzuhalten. Auf dem Bundesparteitag in Leipzig skizziert Sigmar Gabriel später die Mindestbedingungen, die der Vertrag aus Sicht der SPD erfüllen muss. In mehrwöchigen Verhandlungen kann die SPD schließlich mehr durchsetzen, als ihrem nominalen Stimmen-Gewicht entspräche.

2015  Altbundeskanzler Helmut Schmidt stirbt am10. November 2015. Er wird 96 Jahre alt. Schmidt hat die deutsche Politik geprägt wie kaum ein anderer, als Senator in Hamburg, als Minister unter Willy Brandt und von 1974 bis 1982 als Bundeskanzler.

Mitgliederschwund nimmt zu (Agenda 2010) > niedrigstes Ergebnis seit bestehen der BRD bei Europawahl am 13. Juni 2004 (21,5%) Abspaltung der Linken WASG (Wahlalternative Arbeit und Soziale Gerechtigkeit ) unter späterer Führung Oskar Lafontaines
Quelle: https://freie-referate.de/geschichte/spd-geschichte-kurz-sozialdemokratische-partei-deutschlands

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